Sport

Veröffentlicht am 26.09.2019 von Christian Hönicke

Jahn-Stadion: Senat plant doch 30.000 Zuschauer. Der Stadionneubau im Jahn-Sportpark bleibt eines der verwirrendsten Berliner Bauprojekte. Er soll zunächst einmal 111 Millionen Euro kosten (davon 14 Millionen für den Abriss, 97 Millionen für das neue Stadion). Warum aber sind dann in der Berliner Finanz- und Investitionsplanung 2019 bis 2023 wie berichtet insgesamt 135 Millionen Euro für das Stadion in Prenzlauer Berg vorgesehen?

Des Rätsels Lösung: Die zusätzlichen 24 Millionen Euro beinhalten die „Berücksichtigung einer baulichen Erweiterungsoption auf 30.000 Plätze und eines Parkhauses“. Das geht aus einem Schreiben der Senatsverwaltung für Inneres und Sport an den Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses hervor.

Im Klartext: Während den Bezirksämtern Pankow und Mitte sowie den Anwohnern durch die Sportverwaltung weiter mitgeteilt wird, durch das neue Stadion werde sich rein gar nichts ändern und auch nicht mehr Verkehr erzeugt, werden bereits die Weichen für einen weiteren Ausbau auf 30.000 Zuschauer gestellt. Bisher hat das Stadion eine Kapazität von 20.000 Zuschauern. Auf diese Größe hatte man sich auch beim Neubau geeinigt, damit er rechtzeitig zu den Special Olympics 2023 fertig wird.

Eine Änderung der Kapazität hätte ein langwieriges neues Bebauungsplanverfahren notwendig gemacht. Allerdings ist der Zeitplan dennoch äußerst knapp, die Sportverwaltung prüft schon den Olympiapark als Alternative für die Special Olympics.

Eine Verzögerung droht auch beim Rest des Jahn-Sportparks. Bisher ist vorgesehen, das Areal ab 2023 umzugestalten – geplant sind unter anderem ein Multifunktionsgebäude, eine Tennishalle und diverse Spielfelder.

Doch nun grätscht Alba dazwischen. Die neuen Wünsche des Basketballvereins bringen den Zeitplan ins Wanken. Um das von Alba gewünschte Vereinszentrum „mit der notwendigen Infrastruktur für Training und Wettbewerb“ noch im Sportpark unterzubringen, soll die Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2014 noch einmal überarbeitet werden, heißt es im Schreiben der Sportverwaltung. „Aufgrund der Komplexität der Überarbeitung“ sei mit der neuen Machbarkeitsstudie erst „Ende des 1. Quartals 2021 zu rechnen. Die Fertigstellung eines Bebauungsplans würde dementsprechend zeitlich später erfolgen.“ – Text: Christian Hönicke 
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Diesen Text haben wir als Leseprobe dem neuen Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Pankow entnommen. Den – kompletten – Pankow-Newsletter gibt’s unkompliziert und kostenlos hier leute.tagesspiegel.de.

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