Sport

Veröffentlicht am 20.05.2020 von Christian Hönicke

Diese Anlagen sind auch für Nicht-Vereinssportler geöffnet. Der Ball in der Bundesliga rollt wieder, aber wie sieht es mit Sport für jedermann aus? Das ist weiterhin ein bisschen kniffelig, siehe unser Artikel über die strikten Regelungen im Jahn-Sportpark letzte Woche. Der Jahn-Sportpark wird vom Land Berlin verwaltet – wie aber handhabt es denn der Bezirk auf seinen Anlagen? Wir haben mal beim zuständigen Sport- und Gesundheitsstadtrat Torsten Kühne (CDU) angefragt: Wo dürfen in Pankow auch Nicht-Vereinsmitglieder Sport treiben, und was genau ist dort erlaubt?

Aktuell sind sechs Bezirks-Sportanlagen auch für den vereinsungebundenen Sport geöffnet. Das Kissingenstadion, die Sportanlage Rennbahnstraße in Weißensee, die Sportanlage Stadion Buschallee/Hansastraße und die Anlage Hanns-Eisler-Straße sind wochentags ab 6.30 Uhr zugänglich. Die Sportanlagen der Buggenhagen-Schule und der Teschplatz (Dunckerstraße 59 in Prenzlauer Berg) öffnen für sportliche Anwohner dagegen erst ab 14 Uhr. Am Wochenende sind nur die Sportplätze Rennbahnstraße und Hansastraße geöffnet. Und wer Himmelfahrt (also morgen) lieber rennen statt saufen will, hat leider Pech: Da bleiben alle Plätze geschlossen.

Und wie läuft das jetzt? Grundsätzlich: Auch nicht-organisierte SportlerInnen müssen sich nun organisieren. Sie müssen vorher einen Termin beantragen, weil der Zutritt zu den Anlagen limitiert wird – und sie müssen auch ihre Kontaktdaten angeben. Außerdem soll stichprobenartig überprüft werden, ob die Abstandsregeln eingehalten werden, so Kühne. Hier alle Regeln für die Bezirks-Sportanlagen:

  • Die Sportausübung erfolgt kontaktfrei und die Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern zwischen den Sportlerinnen und Sportlern sowie zu anderen Personen ist durchgehend sichergestellt.
  • Die Trainingseinheiten erfolgen ausschließlich individuell, zu zweit oder in Kleingruppen von höchstens 8 Personen (einschließlich der Trainerin oder des Trainers oder sonstiger betreuender Personen).
  • Bei einem Großspielfeld sind pro Spielfeldhälfte nur acht Personen zulässig.
  • Ein Training von Spielsituationen insbesondere bei Kontakt- und Mannschaftssportarten, in denen ein direkter Kontakt erforderlich oder möglich ist, erfolgt nicht.
  • Ein Wettkampfbetrieb findet nicht statt.
  • Die Hygienemaßnahmen nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts sind konsequent einzuhalten. Insbesondere bei der gemeinsamen Nutzung von Sportgeräten müssen die maßgeblichen Hygiene- und Desinfektionsregelungen eingehalten werden.
  • Umkleiden, Duschen, mit diesen verbundene WCs und sonstige Räumlichkeiten bleiben geschlossen. Gesonderte WC-Anlagen können nach Abstimmung mit dem Platzpersonal geöffnet werden.
  • Wiesen und Freiflächen der Sportanlage dürfen ausschließlich für die sportliche Betätigung genutzt werden.
  • Bekleidungswechsel und Körperpflege finden auf der Sportanlage nicht statt.
  • Der Aufenthalt in den Gebäuden ist untersagt. Das Betreten der Gebäude ist nur zu dem ausschließlichen Zweck, das für die jeweilige Sportart zwingend erforderliche Sportgerät zu entnehmen bzw. zurückzustellen, zulässig.
  • Zur Vermeidung von Ansammlungen, insbesondere von Warteschlangen, erfolgt eine Steuerung des Zutritts zur Sportstätte durch die nutzenden Sportorganisationen.
  • Eine Anmeldung für die Nutzung eines Zeitraums ist durch den Verein zu koordinieren (zum Beispiel via Doodle, Emails, Listen). Eine fortlaufende Liste der Nutzer muss geführt werden. Die Aufbewahrung erfolgt durch den Verein. Beim einem Positivfall benötigt das Gesundheitsamt dringend diese Informationen (Aufbewahrungsfrist von vier Wochen).
  • Es ist ein Corona-Beauftragter zu benennen und dem Sportamt Pankow mitzuteilen, der die Einhaltung der Regelungen beaufsichtigt, steuert und kontrolliert.
  • Risikogruppen werden keiner besonderen Gefährdung ausgesetzt.
  • Zuschauerinnen und Zuschauer sind nicht zugelassen.

Diese Regelungen soll vorerst bis zum 5. Juni bestehen bleiben. Über die Verteilung der Nutzungszeiten für Vereine entscheidet dabei das Bezirksamt. Die Vereine sollen dem Fachbereich ein Konzept in Abstimmung mit dem Landesfachverband vorlegen, wie sie die Hygiene- und Abstandsregeln beim Sportbetrieb mit den benannten Einschränkungen auf der jeweiligen Sportanlage einhalten wollen.

Die Platzwarte kontrollieren die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregelungen laut Kühne „stichprobenartig“. Bei Fehlverhalten könne eine Anlage „ganz oder zeitweise gesperrt werden“. Einen solchen Fall gab es bereits im Kissingenstadion: „Aufgrund von Nichteinhaltung der Hausordnung und der aktuellen Abstands- und Hygieneregelungen bleibt es am kommenden Wochenende geschlossen“, so Kühne. – Text: Christian Hönicke

+++ Diesen Text haben wir dem neuen Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Pankow entnommen. Den gibt es in voller Länge und kostenlos hier: leute.tagesspiegel.de

Mehr Themen aus dem Pankow-Newsletter:

  • Falschparker: Polizeipräsidium ordnet Durchgreifen in Pankow an
  • Corona-Stichprobentests in Kitas und Schulen
  • Arbeitslosigkeit steigt: Pankows Wirtschaft „stark betroffen“
  • Restaurant-Tische auf Parkplätzen „nur in Einzelfällen“
  • Vier weitere Brücken sind marode
  • „Kiezblocks“ kommen in Prenzlauer Berg und Weißensee
  • Erste Temporäre Spielstraße wird eingeweiht
  • Jahn-Sportpark: Pandemie verzögert Planung
  • Diese Anlagen sind auch für Nicht-Vereinssportler geöffnet
  • Krankenhaus Weißensee: Schule ist machbar
  • Wo sind die Osteuropäer hin? Suppenküche am Franziskanerkloster öffnet wieder

Den Pankow-Newsletter vom Tagesspiegel gibt es in voller Länge und kostenlos hier: leute.tagesspiegel.de +++