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Veröffentlicht am 30.07.2020 von Caspar Schwietering

Etwas komisch war das schon, als letztes Wochenende die erste Runde im DFB-Pokal ausgelost wurde. Dem 1. FC Köln wurde der „Verband Berlin“ als Gegner zugelost. Schuld an dem ungewöhnlichen Los ist natürlich das Coronavirus. Denn wegen der Pandemie konnte der Berliner Pokal in der vergangenen Saison nicht zu Ende gespielt werden. Die Halbfinals werden nun am 8. August ausgetragen.  Statt im packenden Saisonfinale finden die Spiele nach fünfmonatiger Wettkampfpause unmittelbar vor Beginn der neuen Spielzeit statt. Und das Finale steigt erst am 22. August.

Im zweiten Halbfinale treffen dabei der BFC Dynamo und die VSG Altglienicke aufeinander, die ihre Regionalliga-Spiele beide im Jahn-Stadion in Prenzlauer Berg austragen. „Die Situation ist, wie sie ist“, sagt Dynamos sportlicher Leiter Jörn Lenz zu den ungewöhnlichen Umständen. Lenz erkennt sogar einen Vorteil. „Die Berliner Mannschaft, die dieses Jahr den Pokal gewinnt, wird nun definitiv auch in der ersten Runde im DFB-Pokal antreten“, sagt  er. Ansonsten gebe es ja immer viele Spielerwechsel. „Das ist immer ein bisschen traurig.“

Ein absoluter Kaltstart wird das Pokalhalbfinale für Dynamo nicht. Die Mannschaft trainiert bereits seit dem 8. Juli wieder zusammen. Am Wochenende gab es bei einem Testspiel gegen Liga-Konkurrent Optik Rathenow ein 0:1 Niederlage.  Der Kollege vom „Berliner Kurier“ sah aber eine gut aufgelegte Dynamo-Mannschaft, im Geistertest sei für Dynamo nur eines gruselig gewesen: „die Chancenauswertung“. Die herrliche Kalauer-Überschrift: „BFC schießt, doch Optik hat den Durchblick“.

Die Form scheint also zu stimmen. Und gegenüber den Profis werden die Amateure durch den früheren Saisonstart dieses Jahr einen Vorteil haben. Aber Jörn Lenz hätte sich dennoch gewünscht, dass die erste Runde im DFB-Pokal nicht bereits am 11. Bis 14. September gespielt wird. „Organisatorisch sind drei Wochen Vorbereitungszeit für dieses Spiel wirklich sehr wenig Zeit“, sagt der Manager. Das werde für jeden der noch im Wettbewerb verbliebenen Berliner Vereine eine Herausforderung. Bisher ist schließlich noch nicht mal klar, ob die erste Runde im DFB-Pokal mit oder ohne Publikum gespielt wird.

Dynamo kämpft darüberhinaus aber mit noch mehr Ungewissheit. Denn für das Heimstadion im Jahn-Sportpark gibt es momentan nicht mal eine Betriebserlaubnis. Diese lief Ende Juni ab. Trotz der Brandschutzprobleme in dem maroden Stadion bemüht sich die Sportverwaltung des Senats derzeit um eine Sondererlaubnis. Der Betrieb im Jahn-Stadion werde wohl in den nächsten Tagen nochmal unter Auflagen für ein halbes Jahr gestattet, teilte mir Martin Pallgen, der Sprecher der Sportverwaltung mit. Bereits das Halbfinale zwischen Dynamo und Altglienicke und auch das Finale im Berliner Landespokal sollen im Stadion im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark stattfinden.