Sport

Veröffentlicht am 23.09.2021 von Christian Hönicke

Senat stellt klar: Kombibad wird gebaut – aber eventuell mit weniger Bahnen. Kommt das Kombi, oder kommt’s nicht? Der geplante Umbau des Sommerbads Pankow an der Wolfshagener Straße zum Multifunktionsbad beschäftigt uns jetzt schon ein paar Jährchen. Zuletzt fürchtete der „Förderverein Schwimmhalle Pankow“ gar, dass dem Projekt wegen des „Finanzierungsdebakels“ gänzlich das Aus drohe.

Wir haben mal im Trüben gefischt bzw. in der Senatssportverwaltung nachgefragt, um unsere Sichttiefe beim Thema Bad Pankow zu erhöhen. Glasklar ist dabei in der behördlichen Antwort im Grunde nur ein Satz: „Das Multifunktionsbad in Pankow wird gebaut.“ [Der Text stammt aus dem aktuellen Pankow-Newsletter. Den können Sie hier kostenlos bestellen: leute.tagesspiegel.de]

Das klingt doch schon ganz gut. Immerhin hatte die Senatsverwaltung selbst Zweifel daran gesät, als sie unlängst erklärte, die Finanzierung des Bades sei aufgrund der Kostensteigerung „noch unklar“. Auf Tagesspiegel-Nachfrage teilte sie nun mit, was sie damit meinte. Nämlich, dass 2015 insgesamt 29 Millionen Euro dafür veranschlagt wurden, die vom Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses 2018 auch freigegeben worden sein.

Allerdings kamen später die „prognostizierten Mehrkosten und Mehrbedarfe“ der Berliner Bäderbetriebe (BBB) hinzu. Die Senatsverwaltung verweist dabei auf „Bauindexsteigerungen, Attraktivierungen, 2 x 25 m Becken etc.“. Das habe zu neuen Gesamtkosten in Höhe von 41,8 Millionen Euro geführt, die der „Hauptausschuss zur Kenntnis genommen“, aber nicht bewilligt habe.

Es fehlen also noch 12,8 Millionen Euro. Dadurch taucht die zentrale Frage auf, ob diese Millionen nachgeschossen oder die Baupläne eingedampft werden. Die Sportverwaltung erklärt dazu Widersprüchliches. Nämlich einerseits: „Sollten die derzeit verfügbaren Mittel nicht ausreichen, muss bei der Neuaufstellung des Landeshaushalts und der Investitionsplanung die fehlende Summe ausgeglichen werden.“

Doch gleichzeitig räumt sie die Möglichkeit ein, dass geplante Bonuselemente des Kombibads wie eben die zusätzlichen Schwimmbahnen oder die Sauna tatsächlich wieder gestrichen werden könnten. Dazu „laufen Gespräche“ innerhalb der Bäderbetriebe, heißt es: „Eine Beschlussfassung des Aufsichtsrats der BBB hierzu steht noch aus.“ Zwar halten die Bäderbetriebe „am geplanten Baubeginn im 4. Quartal 2024 fest“. Was nun aber genau für wie viel Geld gebaut wird, das ist weiter so unklar wie die hinter dem Bad fließende Panke. – Text: Christian Hönicke

+++ Diesen Text haben wir dem neuen Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Pankow entnommen. Den gibt es in voller Länge und kostenlos hier: leute.tagesspiegel.de

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