Sport

Veröffentlicht am 30.09.2021 von Christian Hönicke

Jahn-Sportpark: Erste Stadion-Vorentscheidung gefallen. Es wird künftig keine zwei Sportstadien in Prenzlauer Berg geben. Darauf hat sich der behördliche Lenkungskreis zum Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Mittwoch geeinigt. Demnach schloss das Gremium, in dem unter anderem Vertreter des Senats und des Bezirksamts Pankow sitzen, die Variante 3 für die Umgestaltung der Sportanlage aus.

Diese Variante sah vor, die „historisch gewachsenen Relikte“ des Jahn-Stadions wie die Haupttribüne, die Lichtmasten und den Wall an der Hinterlandmauer zu erhalten und den Rest abzureißen. Eine komplett neue Arena sollte östlich des derzeitigen Stadions entstehen – etwa dort, wo heute die Umkleidekabinen und die Volleyballfelder sind. Letztere sollten in den Innenraum des alten Stadions auf eine „Sportwiese“ mit umgebender Laufbahn wandern.

Dieses Szenario ist nun vom Tisch. „Es wurde sich einvernehmlich darauf geeinigt, den Entwurf 3 nicht weiterzuverfolgen, aber die Aspekte, die für gut empfunden wurden, werden weiter transportiert“, so die Senatsverwaltung. Übrig bleiben die Optionen 1 (Abriss des Großen Stadions und kompletter Neubau an derselben Stelle für 120 Millionen Euro) und 2 (barrierefreier Umbau des bestehenden Stadions). Hierüber fällte der Lenkungskreis keine Entscheidung. Stattdessen werden nun noch einmal Anmerkungen zurück an die Planungsbüros geleitet, die ihre Entwürfe entsprechend überarbeiten sollen.

Ende Oktober will der Lenkungskreis nach Tagesspiegel-Informationen dann erneut tagen, um eine Entscheidungsgrundlage für das Berliner Abgeordnetenhaus zu erarbeiten. Bis dahin soll ein „Meilensteinplan“ erarbeitet werden, der die nächsten Planungsschritte skizziert.

Und wann kommt nun die Stadion-Entscheidung – und vor allem wer fällt sie? „Wer die finale Entscheidung trifft, wird noch diskutiert“, so die Senatsverwaltung. Das könne entweder nur das Lenkungsgremium oder eine Kombination aus Lenkungsgremium und Projektgruppe sein, „also Akteure aus dem Partizipationsprozess“.

Gut möglich ist, dass die die Zukunft des Jahn-Sportparks auch im Rahmen der Koalitionsverhandlungen auf Landesebene eine Rolle spielen. SPD, CDU und FDP befürworten ein neues Stadion, Grüne und Linkspartei den barrierefreien Umbau des bestehenden Stadions.