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Veröffentlicht am 04.11.2021 von Christian Hönicke

Streit um die Gleimstraße: Betreiber der Schmeling-Halle droht mit Klage gegen Fahrradstraße. Die Umwandlung der Gleimstraße in Prenzlauer Berg zur Fahrradstraße könnte ein Fall für die Gerichte werden. Der Betreiber der Max-Schmeling-Halle habe seinen Widerstand gegen die Umwandlung und juristische Schritte angekündigt, teilt das Bezirksamt auf Tagesspiegel-Nachfrage mit. Die Senatsverkehrsverwaltung habe das Pankower Stadtentwicklungsamt „im Rahmen eines Arbeitsgespräches darüber informiert, dass der Betreiber der Max-Schmeling-Halle mit einer Klage droht, sollte die Fahrradstraße realisiert werden“, erklärte der zuständige Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (Grüne).

Eine direkte Klage-Androhung des Betreibers Velomax gegenüber dem Bezirksamt sei bisher zwar „nicht bekannt“. Es werde jedoch „seitens des Stadtentwicklungsamtes beabsichtigt, mit dem Betreiber zu gegebener Zeit ins Gespräch zu treten“, so Kuhn. „Angesichts des aktuellen Untersuchungsstandes wäre dies zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch zu früh.“

Die Gleimstraße soll nach dem Willen des Bezirks in einem Zug mit der anschließenden Stargarder Straße zur Fahrradstraße umgewidmet werden. Mit Autos dürften dann nur noch Anwohner oder Anrainer einfahren. Während die Umsetzung des Vorhabens in der Stargarder Straße aktuell läuft, stockt es in der Gleimstraße schon seit längerer Zeit.

Voraussetzung sei die Herabstufung der Straße „vom übergeordneten Straßennetz in das Nebenstraßennetz“, sagt Kuhn. Die Nachweise, dass dies ohne große „verkehrliche Folgewirkungen“ auf den Autoverkehr möglich ist, muss dabei Pankow als Antragsteller erbringen. Denn dann würde die Zuständigkeit für die Straße vom Land auf den Bezirk übergehen. Kuhn: „Da das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist, kann derzeit noch nicht gesagt werden, ob und wann die Einrichtung einer Fahrradstraße erfolgen kann.“

Problematisch ist dabei einmal die wichtige Verbindungsfunktion der Gleimstraße zwischen Gesundbrunnen und Prenzlauer Berg durch den Gleimtunnel. Darüber hinaus wird bisher ein großer Teil des Besucherverkehrs bei Veranstaltungen in der Max-Schmeling-Halle und den Jahn-Sportpark über diese Straße abgewickelt. Aus diesem Grund zeigte sich die Senatsverkehrsverwaltung bisher auch reserviert, was die Einrichtung der Fahrradstraße angeht.

„Bei Einrichtung einer Fahrradstraße in der Gleimstraße entstehen unterschiedliche Betroffenheiten (z.B. Anliegerverkehr, Veranstaltungsverkehr), welche i.S. des § 45 Abs. 9Satz 1 StVO bewertet und abgewogen werden müssen“, erklärte Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese unlängst und befand: „Aufgrund der bestehenden Geschwindigkeitsreduzierung ist die Gleimstraße bereits aktuell eine relativ komfortable und verkehrssichere Radwegeverbindung.“

Die Belange der Velomax „werden bei der Planung selbstverständlich Berücksichtigung finden“, sagt Kuhn, „insbesondere die Aufrechterhaltung der verkehrlichen Erschließung der Max-Schmeling-Halle über die Gaudystraße oder über Gleimstraße/Am Falkplatz“. Es sei klar, dass die Halle über die Gleimstraße auch im Falle einer Umwandlung „weiterhin für Busse oder Lkw erreichbar sein“ müsse.

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