Kiezgespräch

Veröffentlicht am 21.02.2019 von Christian Hönicke

Elterntaxis: Schule will Straßensperrung – Bezirk dagegen. Ärger um Elterntaxis, Tatort diesmal: die Elizabeth-Shaw-Grundschule. Dort haben Schulleitung und Gesamtelternvertretung gemeinsam einen Antrag für Teilsperrung der Straße und die Errichtung einer „Elternhaltestelle“ beim Bezirksamt gestellt. Man bekomme „die chaotische, morgendliche Situation nicht in den Griff“, schrieb Elternvertreterin Katarina Boritzki-Greiner in dem Brief. „Es scheint, dass eine zunehmende Elternschaft ihre Kinder am liebsten bis vor das Klassenzimmer fahren würde. Durch das damit entstehende Parken von Autos in zweiter Reihe haben wir nun mehrfach brenzlige Situationen von Kindern, die zu Fuß zur Schule kommen und oft übersehen werden, erlebt.“ Dass es noch keinen Unfall gegeben habe, „ist fast ein Wunder“.

Man habe gehört, dass Berlin modellhaft sogenannte „Kiss-&-Ride“-Elternparkplätze testen und bei dem Projekt mitmachen will. Das geht zurück auf den BVV-Antrag des Charlottenburger SPD-Politikers Martin Burth. Die Straße vor der Nehring-Grundschule soll dabei einen Monat lang werktags temporär für Autos gesperrt werden, es sollen nur an den Enden zwei Haltezonen („Kiss-&-Ride“-Plätze) eingerichtet werden. Auch in Spandau gibt es solche Ideen.

Die Antwort aus dem Bezirksamt kam prompt. Schulstadtrat Torsten Kühne (CDU) kenne die „wenig einsichtigen Mitbürger*innen, die ihre Kinder möglichst IN die Klassenräume fahren wollen“. Doch: „Leider existiert, dass von Ihnen erwähnte Modellprojekt nach meiner Kenntnis nicht.“ Es handle sich um BVV-Beschlüsse, die sich „meiner Einschätzung nach (…) so nicht umsetzen lassen“. Stichwort: Rechtsunsicherheit um zeitweilige Straßensperrungen, siehe das Gerangel um temporäre Spielstraßen. Kühne wolle aber beim Ordnungsamt „um zeitnahe Schwerpunktkontrollen vor der Elizabeth-Shaw-Grundschule“ bitten. „Des Weiteren werde ich veranlassen, dass das Thema (erneut) in der AG Schulwegsicherheit des Bezirks besprochen wird.“

Anzeige