Kiezgespräch

Veröffentlicht am 29.05.2019 von Christian Hönicke

Hunde oder Kinder? Ärger im Leise-Park. Immer häufiger kommt es in Pankower Parks zu Konflikten mit Hundebesitzern. Aktuelles Beispiel: der Leise-Park an der Heinrich-Roller-Straße im südlichen Prenzlauer Berg. Auf dem ehemaligen Friedhofsgelände fühlen sich Hundebesitzer aus dem Winskiez „kriminalisiert, ja diskriminiert“, schreibt uns die Anwohnerin Agnieszka Klement. „Wir haben unsere Hunde morgens zwischen 7 und 8 Uhr, wenn der Park menschenleer ist, im Leisepark ausgeführt und immer brav Hundekot eingesammelt.“

Im Leise-Park sind Hunde zwar offiziell nicht erlaubt, die Ordnungsamts-Mitarbeiter hätten sie bei früheren Kontrollen aber geduldet, so Klement: „Wahrscheinlich weil es sonst keine Auslaufflächen gibt.“ Seit kurzem aber würden Mitarbeiter des Ordnungsamts „uns schon um 7 Uhr auflauern, obwohl der Park leer ist und es doch keinen stören würde. Wir sind verzweifelt, wir zahlen Hundesteuern und können morgens mit dem Hund nirgendwo hingehen.“

Hintergrund seien Beschwerden aus der Nachbarschaft, erklärt Pankows Ordnungsstadtrat Daniel Krüger (parteilos/für AfD). „In letzter Zeit gab es die vermehrt. Denen mussten wir nachgehen.“ Natürlich sei es auch ein Problem, dass es in der Gegend kaum Auslaufmöglichkeiten für Hunde gebe. Man könne zwar grundsätzlich in Parks gehen, wenn der Hund angeleint sei. Aber im Leise-Park gebe es nun mal keinen Ermessensspielraum. „Er hat den Status eines naturnahen Spielplatzes“, sagt Krüger. „Damit sich Kinder dort frei bewegen können, ist er komplett für Hunde gesperrt. Das zeigt auch ein großes Schild am Eingang.“

Die Hundebesitzer finden das ungerecht. Es müsse doch möglich sein, die Ressourcen der Stadt gerecht zu verteilen, fordert Klement – zum Beispiel durch eine Regelung „Hunde bis 8 Uhr erlaubt“. Time-Sharing zwischen Hunden und Kindern auf Pankows Grünflächen? Krüger hat Zweifel, dass das funktionieren würde. „Von vielen Hundehaltern werden auch in regulären Parks die Regeln wie die Leinenpflicht nicht eingehalten. Wir haben im Ordnungsamt leider keine Kapazitäten, um hier Katz und Maus zu spielen.“

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