Kiezgespräch

Veröffentlicht am 13.06.2019 von Christian Hönicke

Trotz Brandgefahr: Parkranger arbeiten nicht am Wochenende. Angesichts der Hitze steigt auch die Brandgefahr in und um Berlin. Die Umweltverwaltung warnt generell vor einem „erheblichen Waldbrandrisiko in Berlin“ und erinnert an das Rauch- und Grillverbot im Wald.

Das gilt auch in den Schutzgebieten im Norden Pankows rund um die Arkenberge, Blankenfelde und Karow. Dennoch werden hier immer wieder illegale Partys inklusive Lagerfeuer und Grillen abgehalten. „Letztes Wochenende war wieder Halligalli“, berichtet unser Leser Jürgen Erdmann. An den Seen in Arkenberge und dem angrenzenden Wald hätten sieben Zelte gestanden, „die meisten mit Lagerfeuer“.

Dem will das Bezirksamt eigentlich mit den „Naturparkrangern“ Einhalt gebieten. Die sind dort seit dem 1. Mai im Einsatz. „Aber ich habe noch keinen Ranger in freier Wildbahn gesehen“, sagt Erdmann. Das hat einen einfachen Grund: Denn die Ranger dürfen genau dann nicht arbeiten, wenn die meisten wilden Grillpartys abgehalten werden: am Wochenende. Das bestätigt Pankows Umwelt- und Ordnungsstadtrat Daniel Krüger (parteilos/für AfD).

Das Bezirksamt setzt nämlich keine eigenen Mitarbeiter ein, sondern arbeitet mit der Gesellschaft „Steremat“ zusammen, die vor allem Arbeitslose und Langzeitarbeitslose vermittelt. „Dort hat man fünf Arbeitskräfte rekrutiert, darunter zwei Studenten“, so Krüger. „Die haben alle Verträge zwischen 20 und 30 Stunden pro Woche.“ Die Präsenzzeiten der Parkranger seien dabei nur wochentags zwischen 6 und 18 Uhr.

Die Ranger würden die Gebiete jeweils zu zweit bestreifen, so Krüger. „Aber die sind nicht mit Schlagstock und Pfefferspray ausgerüstet, sondern sollen in erster Linie Informationen ausgeben, was erlaubt ist und was nicht.“ Bei renitenteren Bürgern müssten die Ranger im Zweifelsfall Polizei und Ordnungsamt rufen.

Die eingeschränkten Arbeitszeiten und Befugnisse seien der Dringlichkeit geschuldet, sagt Krüger. Pankow habe nicht auf die landesweite Berliner Lösung zum Schutz der Schutzgebiete warten wollen, die erst in zwei Jahren erwarten wird: „Wir wollten schnell einsatzfähig sein.“ Die aktuelle Lösung sei als Pilotprojekt für dieses Jahr deklariert, „wir gucken mal, wie sich das in den kommenden Monaten entwickelt“.

Immerhin will Krüger im Sommer zusätzlich auch mit echten Amtsmitarbeitern am Wochenende Schwerpunktkontrollen in den Schutzgebieten durchführen, „um Wildgrillern und Wildanglern auf die Spur gehen“. Hoffentlich brennt es bis dahin nicht.