Kiezgespräch

Veröffentlicht am 04.07.2019 von Patricia Wolf

Schon wieder ein neues Cafe in Prenzlauer Berg – gibt es nicht schon genug davon im Bezirk? Warum das Cafe Archetyp in der Marienburger Straße 5 ein besonderes ist, erfahren Sie in dem Gespräch, das meine Kollegin Laura Hofmann mit den Betreibern führte. Das Cafe hat von 8 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, am Wochenende ab 9.30 Uhr. Dienstags ist zu.

Noch ein Café in Prenzlauer Berg? Hat der Kiez darauf gewartet? „Das schöne an Cafés ist ja, dass ein jedes etwas besonderes anzubieten hat: Neben Specialty Coffee und leckerem Gebäck ist es uns sehr wichtig, auch einen sozialen und kulturellen Beitrag zu leisten, indem wir verschiedene Veranstaltungen im schönen Winskiez organisieren.“

Was macht ihr anders? „Tatsächlich haben wir uns von den vielen fantastischen alternativen und sozialen Projekten inspirieren lassen, die zurzeit in Berlin florieren. Wir sind Teil verschiedener nachhaltiger und solidarischer Bewegungen, von der Specialty-Coffee-Szene bis hin zur Gemeinwohlökonomie. In diesem Sinne haben wir bereits viele verschiedene Veranstaltungen in unseren Räumlichkeiten gehabt, und wir sind sehr dankbar für die Gelegenheit, unseren Beitrag zur reichen Kiezkultur zu leisten: Mit Live-Konzerten, Poesie-Lesungen von unserem Artist in Residence Musa Okwonga, oder einer Foto-Ausstellung unseres Photographer in Residence Michel Rosenberg.“

Wo wollt ihr noch hin? „Zurzeit bauen wir unser Veranstaltungsangebot sowie unsere Online-Präsenz aus, mit wöchentlichen Podcasts basierend auf Live-Interviews mit Künstlern, Handwerkern, Journalisten, Kaffee-Röstern und anderen interessanten Menschen. Im Moment ist es uns besonders wichtig, eine treue Kundschaft aufzubauen und verschiedene Modelle auszuprobieren, wie etwa Crowdfunding über Kaffeeabos für Stammgäste, Mitgliedschaftprogramme für Veranstaltungen und für Leute, die uns eine verlässliche monatliche Unterstützung geben wollen. Schon bald werden wir auch ein Bildungsprogramm anbieten, mit Nachhilfe für Schüler und Studenten in den Fächern Mathe, Sprachen, Informatik und vielem mehr.“

Und noch zum Hintergrund: Wann habt ihr eröffnet und wer gehört zu eurem Team? „Wir, die Gründer von Archetyp, sind zu dritt. Lee Davis ist die treibende Kraft hinter unserem Kaffee. Für meinen (großen) kleinen Bruder Elisha und mich, Joshua Aaron, spielt Geschichte eine mächtige Rolle. Unsere Großmutter musste mit ihrer Familie aus Deutschland fliehen. Das Café mit seiner sozialen und inklusiven Mission bildet dazu in der Gegenwart einen positiven Kontrast.  Wir freuen uns auf weitere Begegnungen mit Künstlern und Schriftstellern, die unser Programm und unsere Wände bereichern wollen. Wir haben seit Anfang April offiziell aufgemacht, und wir freuen uns darauf, dem Winskiez einige Jahre dienen zu dürfen.“ archetyp.cafe
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Diesen Text haben wir als Leseprobe dem neuen Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Pankow entnommen. Den kompletten Pankow-Newsletter, den wir Ihnen einmal pro Woche schicken (gern auch in den Sommerferien, wo auch immer Sie stecken), können Sie ganz unkompliziert und kostenlos bestellen unter leute.tagesspiegel.de