Kiezgespräch

Veröffentlicht am 02.01.2020 von Christian Hönicke

Primo-Levi-Gymnasium: B-Plan soll Wohnungen verhindern. Bei der geplanten Erweiterung des Primo-Levi-Gymnasiums in Weißensee macht der Bezirk nun ernst und stellt einen Bebauungsplan „im beschleunigten Verfahren“ auf. Den entsprechenden Aufstellungsbeschluss hat das Bezirksamt am 19. November gefasst. Hintergrund ist das Gerangel um den angedachten Erweiterungsbau auf dem Nachbargrundstück Woelckpromenade 8-10. Das liegt derzeit brach – der Bezirk will es mit Unterstützung des Senats kaufen, um an der Woelckpromenade einen Campus für das Gymnasium zu schaffen. Der derzeitige Filialstandort an der Pistoriusstraße soll in eine zusätzlich 3-zügige Grundschule im Ortskern Weißensee umgewandelt werden.

Doch die umstrittene Fläche in der Woelckpromenade gehört der Sanus AG, die dort keine Schule, sondern Wohnungen bauen will. Das Grundstück ist bisher im Flächennutzungsplan auch für eine Wohnbebauung vorgesehen. Das soll nun im Zuge des B-Planverfahrens in einen „übergeordneten Standort des Gemeinbedarfs“ mit vorgesehener Schulnutzung geändert werden. Dadurch wäre Wohnungsbau ausgeschlossen.

Als Begründung für das beschleunigte B-Planverfahren und den notwendigen Grundstückskauf gibt das Bezirksamt an, dass durch eine reine Sanierung der Bestandsgebäude der Betrieb des heute 6-zügigen Gymnasiums nicht gesichert werden kann. „Die Gebäudestrukturen, die verfügbaren Nutzflächen, die Anforderungen des Brandschutzes sowie der Denkmalpflege stellten sich dabei als wesentliche Hemmnisse heraus.“ Zudem drohe infolge der Modernisierung und Schaffung der Barrierefreiheit (z.B. durch Einbau von Fahrstühlen) eine deutliche Reduzierung der Schulfläche: „In der Konsequenz müsste mindestens ein kompletter Schulzug aufgegeben werden.“

Dies wäre jedoch „ein fatales Signal“. Am Erhalt des 6-zügigen Gymnasiums bestehe zudem ein „dringendes Gesamtinteresse Berlins“. Deshalb müsse nun schnell der Erweiterungsbau her – dazu braucht der Bezirk wie gesagt erst einmal das Grundstück. Schulstadtrat Torsten Kühne (CDU) teilt auf Nachfrage mit: „Parallel zur Aufstellung des B-Plans laufen die Verhandlungen zum Ankauf.“