Kiezgespräch
Veröffentlicht am 18.06.2020 von Christian Hönicke
Pankows Radfahrhölle: Mühlenstraße soll endlich Radweg bekommen. Eine der schlimmsten Hauptstraßen in Pankow für Radfahrer ist die Mühlenstraße. Wer dort radelt, gefährdet sein Leben – denn es gibt weder einen Radweg noch Schutzstreifen. Das soll sich nun endlich ändern: Seit Anfang des Jahres plant das Bezirksamt hier konkrete Verbesserungen. „Wir befinden uns in der Vorplanung“, bestätigt Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (B’90/Grüne). Diese Pläne werden derzeit mit der Senatsverkehrsverwaltung abgestimmt.
Dabei werden zwei Varianten geprüft:
- Variante 1 sieht einen Radfahrstreifen und dafür pro Seite nur noch eine statt zwei Fahrspuren und keine Parkplätze mehr für Autos vor. Das Bezirksamt verweist auf das Parkhaus am Rathaus Center (840 Dauerparkplätze) als Kompensation.
- Zur zweiten Variante gehören Parkplätze in der Mühlenstraße immerhin auf einer Straßenseite. Dadurch würden die Radstreifen allerdings zu schmal (zwischen 1,75 und 1,90 Meter) und „damit nicht den Ansprüchen einer sicheren Radverkehrsanlage an einer Hauptverkehrsstraße“ entsprechen, die das Mobilitätsgesetz vorsieht.
Deshalb erwägt das Bezirksamt, in der zweiten Variante „Parkhäfen zwischen den Bäumen“ zu bauen. Dabei soll der Gehweg schmaler werden, wie das auch in der Kastanienallee oder der Stahlheimer Straße passiert ist. Auch in der Mühlenstraße könnten im Konflikt Rad- vs. Autofahrer also am Ende wieder die Fußgänger leiden.
Der Umbau der Mühlenstraße soll laut Kuhn 1,3 Millionen Euro kosten und könnte 2022 „realistisch“ vollzogen sein. Wie angekündigt, denkt der Bezirk darüber nach, vorher schon eine temporäre Radspur zumindest auf Teilabschnitten anzulegen. „Das wird gerade geprüft“, so Kuhn.
Die Ossietzkystraße wird nach Aussage Kuhns übrigens bereits Anfang Juli als Fahrradstraße freigegeben. Der konkrete Eröffnungstermin sei gerade in der Feinabstimmung. – Text: Christian Hönicke
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