Kiezgespräch

Veröffentlicht am 03.12.2020 von Christian Hönicke

Ordnungsamt gegen „Glühwein-Pulks“. Das Pankower Ordnungsamt will „Glühwein-Pulks“ in Prenzlauer Berg auflösen. Das kündigt Ordnungsstadtrat Daniel Krüger (für AfD) an. „Konkret haben wir Probleme mit dem Ausschank von Alkohol in der Stargarder Straße und teilweise in der Hufelandstraße.“ In der Stargarder Straße sei das besonders problematisch, da „sich dort die Läden ballen und auch der Gehweg sehr schmal ist und es viel Fußverkehr gibt“.

Zwar hatte nicht nur Pankows Bezirksamt die Sondernutzungsregeln für Gehwege unlängst gelockert, um Gastronomen Außenterrassen zu ermöglichen. Sogar Heizungen und Zelte sind demnach prinzipiell erlaubt. Doch nach der erneuten Verschärfung der Pandemieverordnung sei das inzwischen überholt, so Krüger: „Vor jeglichen geöffneten Ladengeschäften ist nun Mundschutz zu tragen ist. Und die Maßgabe auch beim Kauf von Lebensmitteln lautet zudem, dass die Leute weitergehen müssen.“ [Der Text stammt aus dem aktuellen Pankow-Newsletter. Den können Sie hier kostenlos bestellen: leute.tagesspiegel.de]

Der weiterhin erlaubt Außerhausverkauf von Lebensmitteln ziele eigentlich auf Restaurants ab, „da holt man sich das Essen und geht wieder“, so Krüger. Durch den Alkoholausschank auf dem Gehweg hätten die Gastronomen hier „ein Schlupfloch gefunden“. Doch das Einhalten der Lockdown- und Abstands-Regeln sei beim Glühwein- oder generellen Alkoholtrinken schwierig, „denn man trinkt ja in der Regel nicht alleine. Da kommt es quasi automatisch zu Verstößen.“

Gegen diese „Glühwein-Pulks“ müsse das Ordnungsamt nun vorgehen. „Wir machen die Regeln nicht, aber wir müssen sie natürlich durchsetzen“, so Krüger, der teilweise „sinnfreie“ und widersprüchliche Regelungen in der Verordnung kritisiert. „Wir machen das mit Augenmaß, wir ziehen nicht gleich den Quittungsblock. Unsere Kollegen im Außendienst werden die Gastronomen und Besucher dafür sensibilisieren, dass es zu keiner Pulkbildung vor den Türen kommt.“ In den späten Abendstunden sei aber auch die Polizei gefragt, „da sind unsere Leute nicht mehr im Einsatz“. – Text: Christian Hönicke

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