Kiezgespräch

Veröffentlicht am 11.05.2023 von Christian Hönicke

Deponie Ringbahn: Die vermutlich größte illegale Müllkippe Pankows – und warum die S-Bahn nichts dagegen tut. Kennen Sie die vermutlich größte illegale Müllkippe Pankows? Es ist die Ringbahn. Ihr mehr oder wenige ebenerdiger Verlauf durch den Bezirk zwischen den Bahnhöfen Storkower Straße und Landsberger Allee macht es Entsorgungswilligen leicht, allerlei großen und kleinen Unrat entlang der Bahndämme abzuladen.

Auf Antrag der CDU hatte die BVV Mitte 2022 beschlossen, dass sich die DB Netz AG als Eigentümerin darum kümmern solle, die Gleisanlagen künftig kurzfristig „von massivem Müll“ zu befreien. Über eine regelmäßige Müllräumung solle das Bezirksamt zudem einen Vertrag mit der DB Netz AG schließen.

Doch das sei nicht so leicht, erklärte das Bezirksamt nun. Als Grundstückseigentümerin sei die DB Netz AG zwar verpflichtet, Abfälle zu entsorgen und die Gleise zu reinigen. Doch davon will sie offenbar nichts wissen: „Die DB Netz AG äußerte sich auf Nachfrage des Umwelt- und Naturschutzamtes bisher nicht zum Sachverhalt.“

So musste sich das Bezirksamt auf der Homepage der S-Bahn Berlin die nötigen Informationen selbst zusammensuchen. Demnach ist die Gleisreinigung auf dem Pankower Ringbahn-Gebiet „wegen der zusätzlichen Stromschiene im unmittelbaren Gefahrenbereich nur mit hohem organisatorischem Aufwand möglich“

Für die Reinigung an dieser Stelle sei extra ein „Universalreinigungszug“ entwickelt worden. „Die Fahrten sollen so organisiert sein, dass in der Regel der innerstädtische Bereich (einschließlich Ringbahn) zweimal und die außerhalb liegenden Bahnhöfe einmal im Jahr gereinigt werden.“

Doch laut Aussage des Bevollmächtigten der Deutschen Bahn für das Land Berlin ist der Reinigungszug seit 2021 defekt, so das Bezirksamt weiter. „Mit dem Erhalt eines Neufahrzeuges wird erst in 2026 gerechnet.“

Bis dahin müssen die Gleisanlagen und Dämme also von Hand gereinigt werden. Das sei wegen der Stromschiene nur dann möglich, wenn ohnehin Gleissperrungen für Bauarbeiten nötig sind, um möglichst wenig Einfluss auf den Zugverkehr zu nehmen. In anderen Worten: Pankows größte illegale Sondermülldeponie ist wohl bis 2026 gesichert.