Nachbarschaft

Veröffentlicht am 14.12.2017 von Ulrike Scheffer

Anne Faber, 37, unterrichtet Deutsch als Zweitsprache an der Heinz-Brandt-Oberschule in Weißensee. Die Schule kooperiert mit dem Pankower Wirtschaftskreis und schickt nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern auch die Lehrkräfte ins Betriebspraktikum. Anne Faber verbrachte gerade eine Woche im Pankower Tiefbaubetrieb Frisch und Faust.

Frau Faber, das Lehrerpraktikum ist eine freiwillige Einrichtung. Warum haben Sie mitgemacht? Ich unterrichte in einer Willkommensklasse. Die meisten Schülerinnen und Schüler dort sind Jugendliche, für die bald die Berufswahl ansteht. Als Lehrerin bin ich da natürlich Ansprechpartnerin. Gerade die Jungen interessieren sich aber meist für praktische Berufe, über die ich bisher nicht sehr viel wusste.

Und wie war das Praktikum? Es war großartig. Die Mitarbeiter haben sich viel Zeit genommen und mich auch mit auf die Baustelle genommen. Grundsätzlich war ich überrascht, wie viele Ausbildungsberufe es in dem Betrieb gibt und wie gut die Aufstiegschancen sind. Außerdem hat das Unternehmen ein Mentorenprogramm für Auszubildende eingerichtet. Die jungen Leute werden also sehr gut betreut.

Was hat das Unternehmen von der Sache? Das Praktikum bot eine gute Gelegenheit, sich über Probleme auszutauschen. Das Unternehmen kämpft damit, dass viele Schulabgänger große Defizite haben, vor allem in Mathe. Das kann ich in der Schule weitergeben, Ich selbst konnte deutlich machen, wie schwierig es ist, Schülerinnen und Schüler mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen zu unterrichten.

Wie geht es jetzt weiter? Ich möchte eine Datenbank aufbauen, in der alle Kolleginnen und Kollegen mit ihren Praktikumserfahrungen erfasst werden. Dann können wir jedem Schüler und jeder Schülerin bei der Berufsorientierung den optimalen Berater zuordnen.

Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-u.scheffer@tagesspiegel.de