Nachbarschaft

Veröffentlicht am 11.01.2018 von Christian Hönicke

Ole Pankow hat den Krimi „Genquotient 8713“ geschrieben, der sich um einen fiktiven Anschlag in Berlin dreht und die Frage, wer dahintersteckt. Letzteres gilt auch für den Autor selbst, denn der 52-Jährige ist in jeder Hinsicht Wahl-Pankower.

Sie heißen eigentlich Olaf Krüger, geboren in Merseburg, aufgewachsen in Halle. Was finden Sie am Wort und am Ort Pankow so toll, dass Sie sich nun sogar danach benannt haben? Es begann alles 2007 mit meinem Blog, den ich meinem neuen Wohnort entsprechend berlinpankowblogger nannte. So kam eins zum anderen: Der Facebook-Name Ole (aus) Pankow, dann Twitter, Instagram. Am Ende hat mein Verlag sich für diesen Autorennamen entschieden. Ole entstand in der Jugendzeit in einer Band, in der ich Geige spielte (Fiedel-Ole).

Pankow galt lange als Synonym für die DDR-Regierung. Wie fühlt man sich, wenn man diesen Namen trägt? Ich fühle mich gut damit. Zum einen unterscheidet sich so der Journalist Krüger vom Buchautoren Pankow, zum anderen hat sich der Stadtbezirk schon lange vom Schmuddel-Image DDR-Regierung befreit. Pankow steht für Wachstum, Kinder, Kreativität, viel Grün und kosmopolitisches Lebensgefühl. Und dann gibt es da noch die gleichnamige Band, die ich sehr schätze.

In welchem Pankower Kiez wohnen Sie und wie würden Sie ihn beschreiben? Am Südrand vom Kissingenkiez. 2007 war hier noch Tristesse, jetzt eröffnen immer mehr gute Kneipen und Läden. Die Nachbarschaft ist nicht so hip wie im Prenzlauer Berg und deshalb vielleicht etwas entspannter. Zudem bin ich mit der U-Bahn schnell am Alex, mit dem Rad schnell im Bürgerpark und mit dem Auto schnell an meinem Lieblingsort: an der Ostsee.

In Ihrem Buch geht es durch die halbe Stadt, nur Schauplätze in Pankow sind rar. Ist der Bezirk nicht spannend genug für einen Thriller? Ich denke, als Autor will man sich etwas Privatsphäre bewahren, indem man sein direktes Wohnumfeld aus seinen Büchern heraushält. Wichtig bei meinen Schauplätzen ist jedoch, dass ich alle selbst schon einmal besucht habe. Und Pankow ist ganz sicher spannend genug für einen Thriller. Das wird sich in Teil zwei zeigen. Foto: Charles Yunck

„Genquotient 8713“ ist im Pankower Periplaneta-Verlag erschienen (228 Seiten, 13,87 Euro). Die Premierenlesung im Literaturcafé Bornholmer Straße 81a am 12. Januar ist schon ausverkauft, ein weiterer Termin findet dort am 2. März statt. Die nächste Berliner Lesung ist am 27. Januar (20 Uhr) in Sagers Kaffeerösterei am Zoo.

Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-c.hoenicke@tagesspiegel.de

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