Nachbarschaft

Veröffentlicht am 18.01.2018 von Christian Hönicke

Antonia und Nikolaus Albert haben an der Greifswalder Straße das Startup „Careship“ gegründet. Sie waren auf der Suche nach einer Pflegeunterstützung für ihre Großmutter und stellten fest, dass es in Großstädten dafür noch keine gute digitale Lösung gibt. Mit „Careship“ wollen die beiden 28-Jährigen nun Alltagshelfer für die leichte Pflege ohne Pflegestufe vermitteln.

Frau Albert, Sie und Ihr Bruder stammen aus Wien. Wieso ist die Zentrale von Careship denn dann in Pankow? Wir sind Wahlberliner und haben auch schon vor der Gründung von „Careship“ in Berlin gelebt. Für eine Unternehmensgründung bietet Berlin sehr gute Voraussetzungen, wie den Zugang zu Mitarbeitern und den Austausch mit anderen Unternehmen. Mit unserer Zentrale in Pankow haben wir einen optimalen Standort gefunden und möchten Careship auch in anderen Regionen weiter ausbauen, um so viele Menschen wie möglich unterstützen zu können.

Sie vermitteln zwischen Betreuern und Familien, die Unterstützung für ihre Angehörigen benötigen. Wie funktioniert die Suche? Nach einer ausführlichen telefonischen Beratung fragen wir den Bedarf ab. Da wir großen Wert auf langfristige 1:1-Beziehungen legen, ist es unser Anspruch, immer den Alltagshelfer zu finden, der am besten passt. Daher gehen wir sehr genau auf individuelle Wünsche und Anforderungen ein. Und: Wir sorgen dafür, dass immer derselbe Betreuer kommt.

Welche Leistungen bieten Sie an und was kosten diese? Unser Angebot reicht von Gesellschaft leisten (gemeinsam kochen und essen, vorlesen, Kartenspiele etc.), Freizeitgestaltung (gemeinsame Theaterbesuche oder Ausflüge), Arztbegleitung bis hin zu Hilfe in der Hauswirtschaft (einkaufen, staubsaugen, wischen, Fenster putzen, Gartenarbeit etc.) und Unterstützung bei leichter Pflege. Die Leistungen kosten pro Stunde zwischen 18 Euro und 20 Euro, wenn beispielsweise eine Demenzausbildung seitens der Betreuungsperson erforderlich ist.

Die Betreuer sind nicht bei Ihnen angestellt. Wie viel Geld bekommen sie am Ende? Unsere Alltagshelfer arbeiten auf selbstständiger Basis. Wir übernehmen die Vermittlung von Kunden, die Rechnungsstellung und bieten Möglichkeiten zur Weiterbildung. Der Stundenlohn ist abhängig von der jeweiligen Leistung. Wir behalten 20 Prozent des Preises, den der Kunde am Ende zahlt, als Provision ein. Kostet eine Stunde also 20 Euro, erhält der Betreuer 16 und Careship 4 Euro.

Wie sieht es rechtlich aus, wer ist am Ende haftbar? Und wie weiß ich, dass die von Ihnen vermittelten Betreuer kompetent und vertrauenswürdig sind? Alle unsere „Careship“-Helfer sind qualifiziert, geprüft und versichert. Angehende „Careship“-Helfer durchlaufen einen fünfstufigen Bewerbungsprozess und können anschließend laufend an Weiterbildungen teilnehmen. Wir kennen jeden unserer Alltagshelfer persönlich und setzen ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis sowie entsprechende Vorerfahrungen voraus. Zudem sind alle unsere „Careship“-Helfer über uns haftpflichtversichert. Infos, Foto: promo

Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-c.hoenicke@tagesspiegel.de