Nachbarschaft

Veröffentlicht am 04.04.2018 von Christian Tretbar

Christian Friedrich, 40, Diplom-Kulturwissenschaftler, ist Vorsitzender des Bürgerpark Verein Pankow e.V.

Herr Friedrich, Pankow freut sich auf den Frühling. Kann man sich auch auf den Bürgerpark freuen? Auf jeden Fall. Es ist einiges passiert im Park. Insgesamt werden vom Bezirk Pankow für ca. 380.000 Euro Sanierungsmaßnahmen vorgenommen. Dazu zählen neue Wege, neue Bänke, neue Pflanzen und einiges mehr.

Und das wird auch alles rechtzeitig fertig? Es sieht im Moment zumindest ganz gut aus. Aber es gibt auch noch einiges zu tun, was Rückschnitt von Pflanzen und den Müll angeht, weshalb wir am 28. April um 12.00 Uhr zusammen mit dem Grünflächenamt auch wieder zum großen Frühjahrsputz im Bürgerpark aufrufen. Auch unser Bürgermeister Herr Benn wird wieder dabei sein. Graffitis sind ebenfalls weiterhin ein Problem. Im Verlauf des Jahres würden wir auch gerne die Parkbibliothek äußerlich verschönern und den Park zu einem Ort der Umweltbildung machen. Dafür wird demnächst ein Duft- und Kräuterbeet entstehen, was dann für Schulen und Familien interessant sein kann.

Derzeit wird auch ein neues kleines Denkmal gebaut. Wer wird denn da geehrt? Es gibt viele Vorschläge aus der Bevölkerung, fest steht noch nichts. Allerdings taucht ein Name immer wieder auf: Wilhelm Kuhr. Der hat als Bürgermeister von Pankow viel geleistet – unter anderem geht der Erwerb des Bürgerparks für den Bezirk Pankow auf ihn zurück. Damit hat er den Park im Jahre 1907, in einer Zeit in der es auch schon viel Immobilienspekulation gab, für die Menschen in Pankow erhalten. Wir können an dieser Stelle Vorschläge machen, haben das allerdings nicht final zu entscheiden, das ist Sache der Verwaltung.

Was treibt Sie eigentlich an, sich so für den Bürgerpark zu engagieren? Unser Vereinsmotto „Machen statt Motzen“ treibt mich an. Es gibt ja in Berlin viel Unzufriedenheit, da unser Staat teilweise seine Hausaufgaben nicht richtig gemacht hat oder aus Sparzwang nicht richtig machen konnte (z.B. die Dauerbaustelle BER, die Wartezeiten bei den Bürgerämtern, mangelnde Kita-Plätze u.v.m.). Da muss definitiv sehr viel gemacht werden, wir wollen uns aber nicht einfach nur aufregen. Wir schauen lieber, wie wir als Bürger mithelfen können und packen mit an. Das Grünflächenamt arbeitet dabei sehr gut mit uns zusammen.

Und kann man noch mitmachen? Klar. Es gibt verschiedene Arbeitsgruppen, die sich auch regelmäßig im Park treffen und aktiv werden. Wer mitmachen möchte, kann sich einfach bei uns melden unter der E-Mail-Adresse buergerparkpankow@gmail.com. Wir freuen uns über alle motivierten Helferinnen und Helfer.

Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-c.hoenicke@tagesspiegel.de

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