Nachbarschaft

Veröffentlicht am 20.06.2019 von Christian Hönicke

Susanne Bormann ist zwar Schauspielerin („Tatort“, „Russendisko“, „Liegen Lernen“, „Die letzte Spur“, „Der Baader Meinhof Komplex“) – doch sie liebt auch die Musik. Ein Besuch der „Fête de la Musique“ gehört für die 39-jährige Prenzlauer Bergerin zum Kiez-Pflichtprogramm. Im Interview gibt sie uns Tipps für die diesjährige Fête am morgigen Freitag.

Frau Bormann, Sie leben in Prenzlauer Berg. Manche Ihrer Nachbarn fühlen sich inzwischen von Musik genervt, wie man an den Diskussionen um den Mauerpark sehen kann. Sie nicht? Nein. Ich finde es schön, mich auf der Straße davon immer wieder überraschen zu lassen. Diese Lebendigkeit reißt mich dann aus meinem Alltag. Klar, manchmal kann der Lärm in der Stadt auch nerven. Aber wenn es mir zu viel wird, fahre ich einfach mal raus aus Berlin.

Gehört Musik zu Ihrem persönlichen Leben? Ich bin ja mit einem Musiker zusammen, da ist das zwangsläufig so. Wir sind lustigerweise damals sogar auf der Fête de la Musique zusammengekommen – auf der Schönhauser Allee direkt vorm Pfefferberg. Von daher habe ich eine besondere Beziehung zur Musik und zur Fête.

Ist die Fête für Sie also ein jährliches Ritual? Irgendwie schon. Früher hat mein Partner dann selbst immer gespielt, da war ich natürlich dabei. Seit ein paar Jahren haben wir Kinder, deswegen ist das weniger geworden. Aber wir sind trotzdem dabei. Häufig gehen wir dorthin, wo Freunde oder Kollegen spielen. Generell schauen wir jetzt einfach ein bisschen mehr danach, ob der Ort auch für die Kinder passt. Und da gibt es gerade in Pankow viele schöne Locations.

Was sind Ihre Favoriten für dieses Jahr? Ich habe im Programm entdeckt, dass in der Kleingartenanlage Bornholm ganz viel Musik in verschiedenen Gärten gespielt wird. Ich mag es ja, einfach rumzulaufen und zu schauen, was es so an Musik gibt. Das stelle ich mir dort mit Kindern lustig vor. Um 17 Uhr spielt da die Saythams Balkan Band (Info hier), die wollen wir uns ansehen. Vielleicht gehen wir auch auf den Bauspielplatz „Kolle 37“ in der Kollwitzstraße. Das ist auch ein toller Ort, da gibt’s dann auf der Bühne „Fette Musike“ (Infos hier).

Haben Sie noch keinen Spielplatz-Overkill? Der Bauspielplatz ist ja speziell, weil er so ein Refugium ist zwischen den aufgemotzten Neubauten am Kollwitzplatz. So verwunschen und kreativ, das ist noch so ein richtiges Stück altes Prenzlauer Berg. Und wenn wir das mit den Kindern schaffen, gehen wir zwischendurch vielleicht auch mal rüber in den Frannz Club in der Kulturbrauerei. Die spielen da im Biergarten den ganzen Tag Swing (Infos hier). Abends ab 22 Uhr ist nebenan im Kesselhaus noch „French Night“ (Infos hier), das finde ich auch spannend. Aber da müssen wir mal sehen, ob wir nach dem Tag mit den Kids noch genug Energie haben (lacht).

Und wo gehen Sie tanzen, wenn keine Fête ist? Einer meiner liebsten Orte war der Club der Republik in der Pappelallee. Leider wurde er abgerissen, jetzt steht da ein Neubau. Da muss ich mir mal wieder was Neues suchen. Zumindest gibt es Clärchen’s Ballhaus noch. Das ist immer noch ein toller Ort, wo sie immer wieder schöne Sachen machen.

Mehr Infos zur Fête finden Sie auf unserer Sonderseite auf tagesspiegel.de – und hier ist das komplette Programm der Fête. (Foto: Stefan Klüter / photoselection.de)

Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-c.hoenicke@tagesspiegel.de

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