Nachbarschaft

Veröffentlicht am 04.08.2022 von Bao-My Nguyen

Während viele Pankower*innen in den Ferien sind, geht es hier mit der Arbeit richtig los – im Büro „Pankow beteiligt“, das am 1. Juli in der Dunckerstraße 59c in Prenzlauer Berg eröffnet wurde. Die neue Anlaufstelle will für alle Bürger*innen da sein, die ihre Kieze mitgestalten möchten, aber dafür Hilfe bei den zahlreichen Verwaltungsvorgaben brauchen. Noch ist es ruhig im Büro – eine gute Gelegenheit, mit den Mitarbeiter*innen Corina Wagner, Antje Schütz, Almuth Richter, Iver Ohm und Konstanze Scheidt über ihr Angebot zu sprechen.

„Pankow beteiligt“ – wie ist die Bezeichnung zu verstehen? Dass sich die Bürger*innen selbst mehr einbringen oder dass ihnen der Bezirk mehr Möglichkeiten zum Mitmischen bietet?
Genau das ist die Idee, dass das beides bedeuten kann und beides miteinschließt. Zum einen ist gedacht, dass von Verwaltungseinheiten mehr Beteiligung durchgeführt wird und gleichzeitig die Strukturen ebenso angepasst werden, dass Bürger*innen und Initiativen die Möglichkeit haben, sich leichter zu beteiligen.

Betrifft das etwa nur Bauvorhaben?
Es gibt Bauvorhaben, da ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass eine Beteiligung durchgeführt wird. Zum Beispiel muss man bei Bebauungsplänen vorher informieren und man kann als Bürger*in Anmerkungen dazu machen. Wir wollen aber uns nicht nur mit gesetzlich vorgeschriebener Beteiligung befassen. Unser Beteiligungsbegriff weiter gefasst. Wir sind aktuell ja gerade noch in der Aufbauphase, planen die ersten Beteiligungsprojekte mit den einzelnen Ämtern. Wir sind als Anlaufstelle zu verstehen, sowohl für Fachämter, die wir beraten und unterstützen als auch für die Bürger*innen und Zivilgesellschaft, die wir gezielt über die wichtigsten Vorhaben im Bezirk informieren wollen. Außerdem bieten wir noch Hilfe zur Selbstorganisation an.

Wie sieht diese Hilfe zur Selbstorganisation denn konkret aus?
Wir wollen perspektivisch alle Informationen hier sammeln, die bisher auf verschiedenen Kanälen und Seiten zu finden sind. So soll es den Bürger*innen einfacher gemacht werden, sich zu informieren und wie sie sich konkret in Projekte einbringen können. Es passiert schon sehr viel in Pankow – wenn man die Informationen bündelt, ist auf jeden Fall viel zu erreichen. Bei der Hilfe zur Selbsthilfe beantworten wir Fragen von Initiativen, wie man etwa einen Verein gründet, ein Straßenfest organisiert oder eine Demo anmeldet. Zusätzlich kann der Beratungsraum im Büro in der Dunckerstraße 59c von Initiativen genutzt werden, um sich zu treffen. Außerdem können Initiativen und Vereine Veranstaltungsequipment bei uns ausleihen.

Wie ist die Resonanz bislang?
Wir haben unsere Türen ja erst seit dem ersten Juli geöffnet und befinden uns noch am Anfang. Im Moment bekommen wir mehr Anfragen per Mail oder Anrufe. In anderen Bezirken gibt es bereits seit einiger Zeit ähnliche Anlaufstellen wie das Büro „Pankow beteiligt“ und Berichten zufolge gibt es eine sehr positive Resonanz.

Gibt es besonders aktive Stadtteile? Und welche Themen bewegen die Bewohner*innen?
Darüber führen wir keine Statistik. Man kann generell sagen: Pankow ist ein großer Bezirk. Die Themen sind auch einfach sehr unterschiedlich. Eines davon, das nicht nur viele in Pankow bewegt, ist natürlich der Verkehr.

In welche Richtung?
Es geht etwa um Parkplätze, Fahrradstraßen, Straßenbahnverlängerungen, Kiezblocks. Bei großen Bauvorhaben ist für Anwohner*innen immer die eine große Frage: Wie wirkt sich das Bauprojekt auf den Verkehr aus?

Welches sind in Ihren Augen die größten Hürden für engagierte Bürger*innen?
Es gibt so viele Kanäle, um Anfragen zu stellen. Dann wissen Bürger*innen manchmal nicht, wer in der Verwaltung zuständig oder das Ganze Senats- oder Bezirkssache ist. Da bieten wir uns als Lotsen an. Was teilweise noch nicht bekannt genug ist, sind die Einwohnerfragestunden in der Bezirksverordnetenversammlung. Mit unserer Arbeit wollen wir dies ein bisschen niedrigschwelliger gestalten.

Apropos niedrigschwellig, ich wollte mich vorab über Ihr Büro informieren, aber die Website war nicht fertig…
(lacht) Webseiten sind nie fertig. Wir bauen unsere Seite nach und nach auf und befüllen sie mit relevanten Inhalten – es ist ein fortwährender Prozess. Wir möchten an der Stelle aber schon mal alle Pankower*innen herzlich zu unserem Tag der offenen Tür einladen, der am 8. September ab 16 Uhr im Büro „Pankow beteiligt“ in der Dunckerstraße 59c stattfinden wird. Näheres zum Programm folgt dann zeitnah auf unserer Webseite. So viel aber schon mal vorab: Wir freuen uns, dass Bezirksbürgermeister Herr Benn teilnehmen wird. Kommen Sie gern vorbei.