Intro

von Gerd Appenzeller

Veröffentlicht am 13.06.2018

In einer Phase heißer Sommertage wie jetzt schmerzt es umso mehr, wenn man in Tegel den Schwarzen Weg entlang geht oder mit dem Fahrrad fährt, und am geschlossenen Strandbad Tegel vorbei kommt. Alle Bemühungen der Reinickendorfer Politik haben nicht verhindern können, dass weder die Städtischen Bäderbetriebe noch der derzeit amtierende Senat auch nur einen Finger krumm gemacht haben für die Wiedereröffnung des vor allem bei Familien so beliebten, weil auch mit Schatten spendenden Bäumen reich gesegneten Bades. Selbst, als der zuständige Innen- und Sportsenator von der in Reinickendorf starken CDU gestellt wurde und Frank Henkel hieß, blieb das Bad zu, weil angeblich der sozialdemokratische Finanzsenator keine Mittel zur Verfügung stellen konnte.

Inzwischen denken die Bäderbetriebe über den Bau neuer Sportbäder nach. Aber nicht in Reinickendorf. Denn hier kommt angeblich so viel zusammen: Nicht genügend Parkplätze, keine ausreichende ÖPNV-Anbindung, die fehlende Schmutzwasserleitung (die alte wurde gerade mit Beton verfüllt, damit sie möglichst nicht beseitigt werden kann) – es ist der Punkt erreicht, an dem es keinen Sinn mehr macht, die Schuld für das offensichtliche Politikversagen bei einer bestimmten Partei abzuladen. In der Reinickendorfer BVV sitzen 18 Vertreterinnen und Vertreter der CDU, 13 der SPD, drei der Linken, sechs der Grünen, vier der FDP und acht der AfD. Sie sollten in einer gemeinsamen, neuen Resolution die Renovierung des Strandbades Tegel fordern und ihren Parteien im Abgeordnetenhaus entsprechend Druck machen. Es darf künftig keine politische Veranstaltung mit Vertretern des Abgeordnetenhauses im Bezirk mehr geben, bei der die Abgeordneten nicht direkt und explizit gefragt werden: Was tun Sie für die Wiedereröffnung des Strandbades Tegel?

Gerd Appenzeller, geborener Berliner, ist seit 24 Jahren Mitglied der Tagesspiegel-Redaktion, war Chefredakteur und Herausgeber. Als er 1994 mit seiner Familie in die alte Heimat zurückkam, zog er nach Hermsdorf, denn dort hat er auch seine Kindheit verbracht und dort leben auch sein Bruder und dessen Frau. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-g.appenzeller@tagesspiegel.de

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