Intro

von Gerd Appenzeller

Veröffentlicht am 25.07.2018

im Newsletter der vergangenen Woche hatte ich unter anderem über Netzwerke berichtet, in denen teilweise sehr AfD-nahe Bewertungen eine Rolle spielen, in denen aber vor allem Gerüchte über angeblich stattgefundene Tankstellenüberfälle verbreitet wurden. Ich hatte mit Hilfe der Pressestelle der Polizei recherchiert und festgestellt, dass es weder diesen einen noch einen anderen Tankstellenüberfall gegeben hatte; und ich hatte davor gewarnt, die Stimmung in der Bevölkerung durch das Verbreiten von Gerüchten über angeblich verschwiegene Tankstellenüberfälle aufzuheizen. Den Namen des Netzwerks hatte ich bewusst nicht genannt, weil ich selbstverständlich die unbeteiligten User schützen wollte. Offenbar hat sich aber die Administration der Facebook-Gruppe „Mein Reinickendorf“ – zu dessen Mitgliedern ich auch gehörte – betroffen gefühlt. Über einen Bekannten erfuhr ich, dass ich als „Maulwurf“ ausgeschlossen worden bin, mir selbst das mitzuteilen, hatte niemand den Mut.

Die Mitteilung an die Mitglieder lautete: „Liebe Mitglieder, leider mussten wir feststellen, dass es in dieser Gruppe ein paar Maulwürfe gab, die Inhalte und Infos in dieser Gruppe nach draußen getragen und in einer völlig falschen Sichtweise dargestellt haben (Wir seien alles Nazis, Brauner Sumpf, Völkisches Denken, Bewusste Verbreitung von Fake News, Hassmails und Hetzerischen Posts). Die Boardadministration ist alarmiert und hat nach gemeinsamer Absprache, die Maulwürfe entfernt. In Zukunft werden umfangreichere Personenkontrollen / Sicherheitsüberprüfungen durch die Boardadministration stattfinden, um solche Szenarien zu vermeiden. Niemand von uns möchte in der Presse als Nazi diffamiert oder in die rechte Ecke geschoben werden, nur weil die Meinung sich von anderen abgrenzt oder man konservativ eingestellt ist. Weiterhin auf ein friedliches Miteinander, hier im sozialsten Netzwerk der Welt, Mein Reinickendorf, liebe Grüße euer….“

Falls Sie den Text, um den es in der letzten Woche ging, noch einmal nachlesen wollenhier ist er.

Für mich ist das Thema damit erledigt. Und, klar: Es ging um die Gruppe „Mein Reinickendorf“, deren Mitgliedern ich weder unterstellt habe, dass sie Nazis seien, noch ein brauner Sumpf. Aber so etwas zu behaupten, auch das gehört eben zur Systematik der Fake News…

Gerd Appenzeller, geborener Berliner, ist seit 24 Jahren Mitglied der Tagesspiegel-Redaktion, war Chefredakteur und Herausgeber. Als er 1994 mit seiner Familie in die alte Heimat zurückkam, zog er nach Hermsdorf, denn dort hat er auch seine Kindheit verbracht und dort leben auch sein Bruder und dessen Frau. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-g.appenzeller@tagesspiegel.de

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