Intro

von Gerd Appenzeller

Veröffentlicht am 14.08.2019

Dass der Reinickendorf-Newsletter mit einem korrigierten Terminhinweis beginnt, ist sehr ungewöhnlich – aber ich möchte viele Newsletter-Leserinnen und Leser vor Ärger bewahren: Heute, am Mittwoch, beginnt um 18 Uhr am S-Bahnhof Eichborndamm (Treffpunkt!) ein Industriespaziergang, den das Museum Reinickendorf gemeinsam mit dem Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv veranstaltet. Wer mitmacht, wandelt auf den Spuren der Industriegeschichte im Norden Berlins. Sicher spannend. Aber, noch einmal: Treffpunkt S-Bahnhof Eichborndamm. Durch einen Fehler der Veranstalter war im letzten Newsletter ein anderer Treffpunkt genannt worden.

Für viele Menschen sind am Sport nur die Sensationen interessant. Kommt Leroy Sané zum FC Bayern, oder stoppt die Knieverletzung alle Transfer-Überlegungen? War das Sommermärchen 2006 gekauft? Aber Sport in Berlin ist in erster Linie Breitensport, ist Vereinssport, und in vielen Kiezen sind es Sportvereine, die die Gesellschaft stabilisieren und jeden und jede integrieren, die/der guten Willens ist, egal woher die Menschen kommen. Aber dafür brauchen Sportvereine die Unterstützung der breiten Öffentlichkeit und der Politik. Das schrieb mir kürzlich Johann Müller-Albrecht, der Aufsichtsratsvorsitzende des TSV Berlin-Wittenau 1896. „Kommen Sie doch mal vorbei, und reden Sie mit dem Vorstand“, schlug er mir vor. Das habe ich gemacht, und mich mit Elke Duda, Susanne Jurchen, Stefan Kolbe und Johann Müller-Albrecht getroffen. Was sie für sich und ihre 3500 Vereinsmitglieder erzählten, was sie für Sorgen und Wünsche haben, steht so auch für all die anderen Sportvereine in Reinickendorf. Und wissen Sie, liebe Leserinnen und liebe Leser, was „Milchzahnathleten“ sind? Ich erklär’s Ihnen, in der Rubrik „Nachbarschaft“.

Auch in Reinickendorf wurde am 13. August in mehreren Gedenkveranstaltungen an dem Beginn des Mauerbaus am 13. August 1961 erinnert. Schließlich ist der Bezirk Grenzregion zu Brandenburg gewesen, und mit dem Entenschnabel zwischen Hermsdorf und Glienicke gab es eine kuriose Grenzziehung, zwischen der DDR und dem freien Teil Berlins. Hier gab es auch spektakuläre Fluchtversuche, zwei davon mit Hilfe von Tunneln, die von der DDR aus Richtung Berlin gegraben worden waren. Das Fernsehen des rbb hat am Dienstagabend eine spannende Dokumentation zu diesem Thema gesendet. Sollten Sie die verpasst haben, finden Sie hier einen Link zur Sendung: rbb-online.de

Stadtumbau rund um den Kurt-Schumacher-Platz: Alle, die hoffen, dass der neue Flughafen BER wirklich im Oktober 2020, also in gut einem Jahr, eröffnet wird, wünschen sich auch eine gute städtebauliche Entwicklung am Kurt-Schumacher-Platz und auf dem angrenzenden, westlichen Gelände des Flughafens TXL, wenn dort endlich keine Motoren mehr röhren. Um die künftige Entwicklung besser koordinieren zu können, wurde für das ganze Quartier bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ein „Geschäftsstraßenmanagement“ angemeldet. Klingt sehr bürokratisch, wird aber hoffentlich überaus hilfreich sein, weil bei diesem Verfahren Gewerbetreibende, Soziale Organisationen, Schulen, Kitas, Kirchen, Anwohner, kurz: alle in die Entwicklungsplanung einbezogen werden. Den Reinickendorfer-SPD-Abgeordneten Jörg Stroedter, der mich darüber unterrichtete, habe ich gebeten, für Laien zu erklären, worin der Vorteil des Programms „Stadtumbau“ liegt. Mehr dazu unten im „Kiezgespräch“.

Gerd Appenzeller, geborener Berliner, ist seit 24 Jahren Mitglied der Tagesspiegel-Redaktion, war Chefredakteur und Herausgeber. Als er 1994 mit seiner Familie in die alte Heimat zurückkam, zog er nach Hermsdorf, denn dort hat er auch seine Kindheit verbracht und dort leben auch sein Bruder und dessen Frau. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an gerd.appenzeller@tagesspiegel.de

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