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von Gerd Appenzeller

Veröffentlicht am 18.03.2020

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100 Jahre Reinickendorf: Die Jubiläumsfeier wird verschoben. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus kann das Bürgerfest „100 Jahre Bezirk Reinickendorf“ nicht wie geplant vom 21. bis 23. Mai stattfinden, sondern wurde auf das August-Wochenende vom 14. bis 16.August verlegt. Das geschieht in der Hoffnung, dass sich die Lage bis dahin entschärft hat, sagte Bürgermeister Frank Balzer, CDU. Um das Fest rund ums Rathaus Reinickendorf bedenkenlos ausrichten zu können, habe der Bezirk die Planungen dementsprechend neu ausgerichtet. Bei freiem Eintritt sollen die Besucherinnen und Besucher dann ein Musikprogramm auf zwei Bühnen, ein Kinderprogramm und Kulinarik geboten bekommen.

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Reinickendorf schließt alle Spielplätze. Ab sofort sind sämtliche öffentlichen Spielplätze im Bezirk Reinickendorf wegen der Ausbreitung des Coronavirus gesperrt. Es ist somit bis auf Weiteres verboten, die Spielplatzflächen zu betreten. Die zuständige Bezirksstadträtin für Bauen, Bildung und Kultur, Katrin Schultze-Berndt (CDU): „Ich habe heute eine entsprechende Allgemeinverfügung zum Schutz der Reinickendorfer Bevölkerung unterschrieben, die mit Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) und Reinickendorfs Amtsarzt Patrick Larscheid abgestimmt ist. Wegen der akuten Gefährdungslage bitte ich zudem Betreiber privater, öffentlich zugänglicher Kinderspielplätze wie beispielsweise Wohnungsbaugesellschaften, ebenfalls dafür zu sorgen, dass der Aufenthalt auf ihren Spielplätzen unterbleibt.“ Bürgermeister Frank Balzer ergänzte: „Wir folgen damit den Leitlinien der Bund-Länder-Vereinbarung, um das Risiko einer Infizierung mit dem Coronavirus so weit wie möglich zu minimieren. Wir halten es für eine fatale Fehleinschätzung des Berliner Senats, nicht die Empfehlungen der Experten, wie am Montag vereinbart, umzusetzen. Spielplätze sind Treffpunkte mit unkontrollierbaren Risiken für Kinder, Eltern und Großeltern zur Weitergabe des gefährlichen Coronavirus.“ Andere Bezirke wie Mitte oder Spandau hatten die Spielplätze am Morgen gesperrt – Lichtenberg sprach sich dagegen aus.

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Kein Grund zur Panik, aber vorsorgliche Reduzierung aller Risiken: Nach dieser Devise des Gesundheitsamtes werden größere Feierlichkeiten verschoben, die Öffnungszeiten von Ämtern reduziert, die Schließung von Kneipen und Spielhallen konsequent kontrolliert. Patrick Larscheid, der Leiter des Gesundheitsamtes, mit dem ich lange sprach, ist überaus dankbar und froh über die Unterstützung von Bürgermeister Frank Balzer, CDU, und aller Behörden. „Es sind ganz tolle Kollegen und Kolleginnen, die uns helfen“, sagte er mir bei einem Besuch im Gesundheitsamt in der Teichstraße.

Auf dem Gelände des alten Humboldt-Krankenhauses konzentrieren sich viele Ämter des Bezirks. Die Gebäude sind unterirdisch miteinander verbunden, es gab unter der Erde mehrere Operationssäle, die im Zweiten Weltkrieg dauernd genutzt wurde, und in ruhigeren Zeiten kann man das alles durch die „Berliner Unterwelten“ besichtigen. Über mein Gespräch weiter unten mehr. Wenn Sie mal einen Blick auf das Gelände in der Teichstraße werfen wollen – hier eine Luftaufnahme.

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Öffnungszeiten der Behörden reduziert. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus schränkt das Bezirksamt Reinickendorf den Publikumsverkehr ein. Bezirksbürgermeister Balzer wies jedoch darauf hin, dass nicht nur die Beschäftigten im Gesundheitsamt und im Katastrophenschutz im Einsatz bleiben, sondern alle Beschäftigten des Bezirksamtes das ihnen Mögliche tun, um die Arbeitsfähigkeit der Verwaltung aufrecht zu erhalten. Balzer wörtlich: „Ich danke allen für ihren unermüdlichen Einsatz in diesen herausfordernden Tagen. Sie leisten hervorragende Arbeit. Und ich bitte die Bevölkerung um Verständnis für die notwendigen Einschränkungen im Publikumsverkehr.“

Nur noch Online, Telefon, Post. Ab sofort sind die meisten Ämter, bis auf bereits vereinbarte Termine, derzeit nur telefonisch, postalisch, falls möglich online sowie per Mail und Fax zu erreichen. Somit entfallen auch die Spät- und Samstagssprechstunden. Originaldokumente in Papierform können nur an der zentralen Information im Foyer des Rathaus-Neubaus, Eichborndamm 215, abgegeben werden. Der Zugang ist über den Haupteingang neben dem U-Bahnhof möglich, die Seiteneingänge sind geschlossen.

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In den Bürgerämtern wird es erhebliche Einschränkungen geben. Die Filiale im Märkischen Viertel wird bis auf Weiteres geschlossen, ausgestellte Dokumente können in der Filiale in der Teichstraße 65 abgeholt werden. In den anderen Reinickendorfer Bürgerämtern werden ausschließlich Anliegen von Terminkunden und sogenannten Notfallkunden bearbeitet. Das Terminkontingent ist erheblich eingeschränkt, um Wartezeiten auszuschließen. Daher wird gebeten, nur für wirklich wichtige Anliegen entsprechende Termine in möglichst wohnortnahen Bürgerämtern zu buchen, um längere Fahrtwege durch die Stadt zu vermeiden. Hinsichtlich abgelaufener oder demnächst ablaufender Personalausweise und deutscher Reisepässe wird es eine größtmögliche Kulanz geben.

„Termine nur für Reinickendorfer.“ Der zuständige Bezirksstadtrat Sebastian Maack, AfD, sagte mir auf Rückfrage: „Je nach Personallage werden auf Tagesbasis etwa eine halbe Stunde vor Öffnung der Bürgerämter zusätzliche Termine online freigegeben, die möglichst nur von Reinickendorfern gebucht werden sollten, um unnötig lange Fahrten durch die Stadt zu vermeiden. Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass auch diese zusätzlichen Termine bitte nur in dringenden Fällen gebucht werden dürfen. Mit abgelaufenen Ausweisdokumenten werden wir in Reinickendorf bis zum Ende der Notlage ausgesprochen kulant umgehen“.

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Aus hygienischen Gründen ist die Bezahlung mit Bargeld an der Bezirkskasse vorerst nicht möglich. Weitere Informationen zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die einzelnen Bereiche der Verwaltung können dem Internetangebot des Bezirksamtes Reinickendorf entnommen werden: www.berlin.de/ba-reinickendorf/

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Krach in Tegel: Landungen auch nachts in TXL. „Um Urlaubern im Ausland eine rasche Heimkehr ohne Umwege zu ermöglichen, hebt Berlin für den Flughafen Tegel vorübergehend das Nachtflugverbot bei internationalen Flügen auf.“ Darauf weist Verkehrssenatorin Regine Günther, Grüne, hin. Das Nachtflugverbot (sonst ab 23 Uhr) ist in Tegel bis 23. März aufgehoben. Anwohner haben es schon gut gehört. Quelle: Regine Günther, Twitter

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Alle schulischen und außerschulischen Lernorte sind geschlossen. Dazu gehören die Jugendkunstschule Atrium, die Jugendverkehrsschulen u

nd die Gartenarbeitsschule. Alle Sport- und Schulsportanlagen sind gesperrt. Geschlossen bleiben auch die bezirklichen Kultur- und Weiterbildungsstätten sowie alle Seniorenfreizeitstätten und die Aussiedlerberatung.

Das Amt für Soziales bietet montags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr eine Notsprechstunde für

  • Neuanträge auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz / Sozialhilfe (außer: Hilfe zur Pflege, Eingliederungshilfe) und Übernahme von Bestattungskosten,
  • vereinbarte Termine zur Barauszahlung von Leistungen,
  • Beseitigung von Mittellosigkeit,
  • Neuanträge wohnungsloser Personen auf eine Unterbringung an.
  • Alle anderen Anliegen müssen schriftlich erledigt werden.

Die Ämter der Abteilung Jugend, Familie, Schule und Sport sind vorerst nur noch telefonisch erreichbar. Das gilt auch für Leistungen wie Jugendhilfe, Elterngeld und Unterhaltsvorschuss.

Einzige Ausnahme: das Kinderschutzteam: Die Beschäftigten dort sind sowohl persönlich als telefonisch (030 90294-5555) zu erreichen: Immer montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr; Nimrodstr. 4-14,13469 Berlin, Aufgang A.

Berlin-Pässe werden bis auf Weiteres nicht mehr verlängert oder ausgestellt. Es wird stattdessen empfohlen, den Leistungsnachweis mitzuführen.

Im Standesamt entfallen die offenen Sprechstunden. Es wird gebeten, Anliegen schriftlich zuzusenden. Ausnahmen sind nur die Ehe-, Geburten- und Sterberegister. Im Ehe- und Geburtenregister wird es ausschließlich eine Terminsprechstunde geben. Im Sterberegister bleibt es bei der offenen Sprechstunde.

Bestatter werden gebeten, vermehrt den „Briefkasten“ für Bestatter zu verwenden.

…aber Eheschließungen finden in Reinickendorf weiterhin statt! Zu den Trauungen sind aber nur noch die zu trauenden Personen nebst eigenen minderjährigen Kindern sowie die Trauzeugen zugelassen. Weitere Gäste erhalten keinen Einlass. – Text: Gerd Appenzeller

 

Dieser Text ist zuerst im Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Reinickendorf erschienen. 195.000 Haushalte haben unsere Bezirksnewsletter schon im Abo. Die gibt es Bezirk für Bezirk und in voller Länge unter leute.tagesspiegel.de
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Meine weiteren Themen im aktuellen Reinickendorf-Newsletter – eine kleine Auswahl

  • Corona im Kiez: Schulen und Kitas zu, Bezirksamt reduziert Zeiten für Publikumsverkehr
  • Die gute Nachricht: Geheiratet werden kann weiter
  • Erstmals BVV-Sitzung wegen Infektionsgefahr abgebrochen
  • Was Sie über die Seuche wissen müssen
  • Stellvertretend für alle Krankenschwestern, Pfleger und Ärzte: Wie das Gesundheitsamt die Krise in den Griff bekommen will
  • Feiern zum 100-jährigen Bezirks-Jubiläum verschoben
  • Marode Brücke zur Humboldtinsel: Bewohner geben dem Senat die Schuld am Trauerspiel um die Sanierung
  •  Sonntagskrach auf der Baustelle
  •  Corona und Sport: Darf man das?
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