Kiezkamera

Veröffentlicht am 07.11.2018 von Gerd Appenzeller

Erste Landung in Tegel vor 70 Jahren. Am Freitag, den 5. November 1948, setzte das erste Flugzeug der Alliierten auf dem neugebauten Flugplatz auf, offiziell eröffnet und tatsächlich zum „dritten Pfeiler der Luftbrücke“ (neben Gatow und Tempelhof) wurde Tegel Anfang Dezember. Hier der Zeitungsausschnitt aus dem Tagesspiegel vom 6. November 1948 – sogar extra mit Fotos, was es seinerzeit allermeistens nur am Sonntag gab. Ganze vier Seiten hatte unsere Zeitung damals wochentags wegen des Ressourcenmangels während der Berlin-Blockade. Da der Bildtext an kleineren Bildschirmen womöglich nicht so gut lesbar ist, hier noch einmal  der Wortlaut:

Als erstes Flugzeug landete Freitag nachmittag eine amerikanische C 54-„Skymaster“ auf der neuen Rollbahn des Flugplatzes Tegel. Die ,.Island of Maui“, ein Flugzeug der 19. Troop Carrier Squadron, brachte den kommandierenden General der amerikanischen Luftstreitkräfte in Europa, Generalleutnant Cannon, und den Chef des britisch-amerikanischen Luftbrückenstabes, Generalmajor Tunner, nach Berlin. Als die amerikanische Maschine eine Viertelstunde zu früh zwischen den tiefhängenden Wolken erschien, wehten auf dem Flugplatz zum ersten Male die Fahnen der drei westlichen Besetzungsmächte. Hinter dem Ehrenbataillon der französischen Besetzungsstreitkräfte in Berlin beobachteten die Flugplatzarbeiter diese erste, „ihre erste“ Landung in Tegel. Nach einer Ehrenrunde über dem Flugplatz setzte die „Skymaster“ sicher auf. Unmittelbar nach der Begrüßung der Gäste, zu deren Empfang der amerikanische Militärgouverneur, General Lucius D. Clay, die Kommandanten der drei westlichen Sektoren und Bürgermeister Dr. Friedensburg mit dem Vorsitzenden der Berliner SPD, Franz Neumann, erschienen waren, wurde die Fracht entladen, die auch dieses Luftbrücken-Flugzeug nach Berlin gebracht hat.

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