Kiezkamera

Veröffentlicht am 13.03.2019 von Gerd Appenzeller

Wer das riesige Gelände der früheren Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Wittenau zum ersten Mal zu Fuß, mit dem Rad oder sogar mit dem Auto erkundet, ist fasziniert vom morbiden Charme oft der mehr als ein Jahrhundert alten Bauten, vor allem aber von dem beeindruckenden alten Laubbaumbestand, von den vielen Buchen. Eine große Zahl der Bäume muss an die hundert Jahre alt sein. Wollte ein privater Grundstücksbesitzer auf seinem Boden einen solchen Baum für einen Neubau fällen –  man kann sich kaum vorstellen, dass er dafür eine Genehmigung bekommen würde. Auf dem Areal des KaBoN Geländes, auf dem der Senat ein neues Ankunftszentrum für Asylbewerber errichten will, dem so genannten Kompostplatz nahe der Oranienburger Straße, wurden jetzt im Ruckzuck-Verfahren 43 alte Bäume gefällt, um Platz für Neubauten zu schaffen. Das Gelände ist, für den ÖPNV gut erschlossen. Ein U-Bahnhof ist in unmittelbarer Nachbarschaft, auch Berlins schäbigste S-Bahnstation ist nahe. Aber dass sich kein Baugelände finden ließ, das man ohne einen solchen Baumfrevel hätte erschließen können,  will einem nicht in den Kopf. Foto: Gerd Appenzeller

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