Kiezkamera
Veröffentlicht am 07.10.2020 von Gerd Appenzeller
Die fünf Männer auf diesem Bild sind nicht etwa ein fröhliches Rentnerquintett, das sich in einem Bauwagen zum Kartenspielen verabredet hat, nein, es sind höchst rührige Funkamateure, und das Bild entstand da, wo es in Berlin-Lübars am höchsten ist: auf der Lübarser Höhe, dem früheren Hausmüllberg, der genau das zwischen 1975 und 1993 war.
Inzwischen trägt er den Namen „Lübarser Höhe“ ganz offiziell, und ist mit 85,3 Meter über Normal Null (NN) der Punkt, an dem es in Lübars nicht mehr höher geht. Es sei denn, man errichtet dort eine provisorische Antenne von 10 Meter Höhe. Die Funkamateure hatten sich am letzten Wochenende dort versammelt, um im Rahmen eines europäischen Funkamateur-Wettbewerbs auf Ukw-Frequenzen einen Abschiedsgruß für den Flughafen Tegel in die Himmel über Europa zu funken.
Weil die fünf Herren Funker sind, haben sie nicht nur einen Namen, sondern auch ein Funkerkennzeichen, und als ich das Foto machte, musste ich versprechen, auch dieses Kurzzeichen zu veröffentlichen. Also, sei‘s drum, von links nach rechts sehen wir hier:
- Conrad Holle (DL 7UE)
- Joachim Hanke (DC 7 BW)
- Michael Hüber (DG 8 MH)
- Christian Ribe (DO 2 QS)
- Bogdan Wycislik (WL 7 AKQ).
Alle fünf sind Berliner, und das besondere TXL-Abschiedskennzeichen, das sie in die Welt schickten, lautet: DL 73 TXL. Zum Teil erklärt es sich von selbst: DL steht für Deutschland, 73 ist der internationale Abschiedscode der Funkamateure, und TXL – na ja, das wissen Sie doch!
In Deutschland gibt es noch rund 60.000 Funkamateure, seit es das Internet gibt, ging das Interesse an den Funkern zurück. In Krisensituationen helfen sie aber immer noch auf der ganzen Welt, denn Funker brauchen keine Kabel. Wenn also auf Schiffen plötzlich ganz dringend Medikamente gebraucht werden, oder nach Unwetterkatastrophen ganze Ortschaften von allen Kommunikationssträngen abgeschnitten sind, helfen Funkamateure. Dafür gibt es auch Notfallfrequenzen, auf denen sich sonst keine tummeln darf. Wenn Sie jetzt meinen, das sei ein Hobby für Sie, hier ist die passende Emailadressen für Nachfragen: darc@darc.de – Text: Gerd Appenzeller
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