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Rattenbefall in Wohnanlage

Veröffentlicht am 11.04.2018 von Gerd Appenzeller

Eine rundherum unerfreuliche Nachricht ist die, die am Wochenende aus Tegel-Süd kam. In einer Wohnanlage der Gewobag ist es zu einem massiven Rattenbefall gekommen. In der Abendschau des rbb konnte man Videoaufnahmen von Ratten sehen, die am hell-lichten Tag scharenweise rund um die großen Müllcontainer unterwegs sind. Daneben sind tiefe Rattenlöcher zu erkennen. Angesichts der Gefahr, die von Ratten für die öffentliche Gesundheit ausgeht, fragt man sich, warum da nicht längst im Auftrag der Behörden der Kammerjäger mit Giftködern unterwegs ist. Der Bezirksverordnete Felix Schönebeck, den Anwohner zum Augenschein holten, formuliert dann auch ganz direkt: „Die Gewobag gefährdet hier die Gesundheit tausender Mieter. Ratten können über 120 gefährliche Krankheiten übertragen. Von einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft erwarte ich deutlich mehr Unterstützung.“ Da von Kot und Urin der Ratten Krankheiten wie Tuberkulose, Tollwut und Gelbsucht ausgehen können, und fast alle großen Epidemien des Mittelalters durch Ratten entstanden, sind Schönebecks Ärger und vor allem die Ängste der Gewobag-Mieter nur zu verständlich.

Ich hatte die Gewobag um eine Stellungnahme gebeten, die auch prompt kam: Seit Juli 2017 würden in der Neheimer Straße Bekämpfungsaktionen durchgeführt, teilte Anne Grubert, die stellvertretende Pressesprecherin, mit. Weiter heißt es: „Das Problem des Rattenbefalls in dem angesprochenen Gebiet in der Neheimer Straße ist uns bekannt. Bereits im Juli 2017 sind dort erste Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt worden, diese wurden in regelmäßigen Abständen wiederholt. Seit Februar 2018 haben wir zusätzliche Akutmaßnahmen beauftragt und sind zurzeit in der Abstimmung mit Spezialisten über weitere Möglichkeiten, um den Rattenbefall langfristig zu beenden. Zusätzlich stehen wir im Austausch mit dem Gesundheitsamt. Uns ist sehr am Wohl unserer Mieterinnen und Mieter gelegen und wir versichern, dass wir nach Kenntnis des Problems umgehend Maßnahmen ergriffen haben. Zusätzlich weisen wir unsere Mieterinnen und Mieter in Hausaushängen und Schreiben auf eine korrekte Müllentsorgung hin und geben Tipps (beispielsweise Taubenfütterung zu unterlassen). Durch unsere verstärkten Maßnahmen und langfristigen Lösungen hoffen wir, den Rattenbefall kurzfristig zu beenden.“

Außerdem habe man die Hecken und Gebüsche radikal zurückgeschnitten, um den Ratten die Verstecke zu nehmen, sagte mir Frau Grubert. Wichtigste Maßnahmen: Die Müllplätze werden betoniert, außerdem sei mit der BSR eine häufigere Leerung der Müllcontainer vereinbart worden. Die Anwohner wurden dringend gebeten, keine Tauben zu füttern, und keine Müllgebinde neben die Container oder vor die verschlossenen Müllbereiche zu stellen.

Im Gegensatz dazu äußerte sich Felix Schönebeck am Dienstagabend nach einem Treffen mit Anwohnern „entsetzt über die Haltung der Gewobag“. Die Gesellschaft habe lediglich in Aussicht gestellt, möglicherweise bauliche Maßnahmen zu treffen.

Meine Meinung: Wer Recht hat, wird sich innerhalb weniger Tage zeigen. Gebüsch zu roden, ist eine Sache von Stunden, die Betonierung einer Betonplatte geschieht allerdings nicht über Nacht. Sabine Thümler, die Sprecherin der BSR, erklärte mir nach Rücksprache mit ihren Kollegen vor Ort, die Müllbehälter würden regelmäßig geleert, da habe es keine Beanstandungen gegeben.