Namen & Neues

Das Comeback der Wasserbüffel

Veröffentlicht am 23.05.2018 von Gerd Appenzeller

Nicht nur für die Reinickendorfer Tier- und Naturfreunde ist das eine gute Nachricht: Die Wasserbüffel kommen ins Fließtal zurück! Am kommenden Freitag, den 25. Mai, werden ab etwa zehn Uhr sechs Büffelbullen im Alter von zwei bis vier Jahren wieder auf den inzwischen abgetrockneten Wiesen grasen. Westlich und östlich der Egidybrücke kann man sie dann wieder bewundern. Der genaue Standort der Tiere ist wie immer auf den Informationstafeln verzeichnet. Die Büffel gelten als gutmütig, dennoch sollten Besucher ihnen nicht zu nahe kommen. Das gilt auch für Hunde!

Lange genug haben die Reinickendorfer auf die Wasserbüffel warten müssen. Durch die Überschwemmungen im Fließtal im vergangenen Sommer war ihr Eigentümer, der Döberitzer Züchter Helmut Querhammer, gezwungen gewesen, die Herde frühzeitig abzuholen. Die empfindlichen Tiere hätten durch das dauernde Stehen im Wasser krank werden können, außerdem reichte das Futter nicht mehr. Ursprünglich hatte Bürgermeister Frank Balzer erst im Juni mit der Rückkehr der vierbeinigen Landschaftspfleger gerechnet, aber die anhaltende Trockenperiode machte eine frühere Rückkehr der schweren Tiere möglich. „Durch wechselnde Bodenfeuchte und schlechte Befahrbarkeit ist das Mähen der Wiesenflächen mit Maschinen sehr aufwändig und kostenintensiv. Die Beweidung mit den Büffeln ist die geeignete Alternative und somit sowohl aus ökologischen als auch ökonomischen Gründen einem maschinellen Mähen vorzuziehen. Ein positiver Nebeneffekt dabei ist auch, dass die Büffel zu Publikumslieblingen und zu einem beliebten Ausflugsziel in Reinickendorf geworden sind. Hier wird Naturschutz erleb- und sichtbar gemacht“, so der Bezirksbürgermeister.

Das Weidegebiet der Büffel umfasst zurzeit knapp 14 Hektar und wird vom Landschaftspflegeverband Spandau betreut. Partner seitens des Landes Berlin sind die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sowie der Bezirk Reinickendorf. Für den Zeitraum 2018 bis Ende 2020 betragen die Kosten insgesamt ungefähr 78.000 Euro, von denen die Senatsverwaltung gut 60 Prozent trägt.

Ausgedehnte Wiesen, Erlenbrüche und Grauweidengebüsche säumen das Fließ und bilden Lebensräume für zahlreiche seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten. Aufgrund der Bedeutung für den Natur- und Artenschutz wurden die Wiesen Tegeler Fließ als Naturschutzgebiet ausgewiesen und sind Teil des NATURA-2000-Gebietes Tegeler Fließ. Das Pflege- und Entwicklungskonzept sieht die Entwicklung von baum- und strauchfreien Niederungswiesen vor. Neben der natur- und artenschutzrechtlichen Bedeutung ist ein intakter Naturhaushalt auch im Sinne des Wasserhaushaltsgesetzes zu sichern.