Namen & Neues

Die Ratten in der Neheimer Straße

Veröffentlicht am 25.07.2018 von Gerd Appenzeller

Seit Monaten müssen sich die Mieter der großen Wohnanlage der Gewobag in der Tegeler Neheimer Straße mit einem Rattenproblem herumschlagen. Die gefährlichen, weil Krankheiten übertragenden und bei Gefahr auch zubeißenden Tiere, hatten sich im Umfeld der Müllcontainer wohl gefühlt und in beeindruckendem Tempo vermehrt. Ursache waren teilweise überquellende Müllbehälter, vor allem aber auch undisziplinierte Müllablagerungen durch Bewohner. Inzwischen wurden unter den Müllcontainern Betonplatten verlegt, es wurden Köder ausgelegt. Im April hatte sich der Mieterbeirat mit dem Bezirksverordneten Felix Schönebeck in Verbindung gesetzt, weil die Bewohnervertretung den Eindruck hatte, sowohl die Gewobag als auch das zuständige Bezirksamtsressort kümmerten sich nicht genug um die Probleme.

Für den 19. Juli hatte die Gewobag nun eine Informationsveranstaltung für Mieter angesetzt. Ich wollte an der Veranstaltung teilnehmen, wurde aber von der Pressesprecherin des Unternehmens hinauskomplimentiert – man wolle keine Medien. Ich ging selbstverständlich, gab aber deutlich zu Protokoll, dass der Ausschluss von Presse bei solchen Terminen meistens ein Zeichen schlechten Gewissens sei. Diese Ansicht fand ich bestätigt, weil mir drei unterschiedliche Teilnehmer völlig verschiedene Darstellungen des Gesprächs gaben und darüber hinaus sich ein Bewohner, dem ich Diskretion zusicherte, geradezu empört über die Negierung der Probleme der Mieter äußerte.

Bezirksstadtrat Uwe Brockhausen, SPD, für Gesundheit zuständig, sagte mir, die Rattenbekämpfungsmaßnahmen seien sach- und fachgerecht ausgeführt worden, die Maßnahmen würden greifen. Das Gesundheitsamt habe keinen Anlass, die getroffenen Maßnahmen zu beanstanden. Wichtig sei das richtige Verhalten der Mieterinnen und Mieter.

BVV-Mitglied Felix Schönebeck, CDU, kam hingegen zu dem Schluss, dass entgegen den Bekundungen der Gewobag der Rattenbefall an einigen Stellen immer noch massiv sei. Schönebeck bestätigte aber, dass eine der Ursachen ein Fehlverhalten von Mietern sei, hier sei Aufklärung nötig. Schönebeck empfindet es als Skandal, dass Kinder nach wie vor nicht ohne Angst in den Grünanlagen spielen können.

BVV-Mitglied Rolf Wiedenhaupt, AfD, spricht von einem zögerlichen und verharmlosenden Verhalten von Gesundheitsstadtrat und Gewobag. Er frage sich, warum die begonnenen Arbeiten an den Müllcontainern nicht zu Ende geführt würden und warum es mit der Aufklärung der Mieter nicht voran ginge. Eine Vergrämung der Ratten reiche nicht mehr aus, die Tiere müssten jetzt getötet werden.

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