Namen & Neues

Abgezockt beim Einkaufen

Veröffentlicht am 12.09.2018 von Gerd Appenzeller

Die Geschichte, die einer Newsletter-Leserin aus Buchholz passiert ist, kennen Sie vielleicht aus eigener Erfahrung, und sie geht so: Sie parken, wie seit vielen Jahren, auf dem Parkplatz vor ihrem Supermarkt und gehen einkaufen. Nach einer halben Stunde kommen Sie zum Fahrzeug zurück, wollen einsteigen, und sehen, dass hinter dem Scheibenwischer ein Zettel hängt. Sie entfalten ihn und lesen: „Sehr geehrte(r) Fahrzeugführer(in), bei der Nutzung dieses Parkplatzes wurde ein Verstoß gegen die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) durch das Abstellen Ihres Fahrzeugs festgestellt und dokumentiert. Gemäß Absatz 4 der ausgeschilderten AGB erheben wir die dort vereinbarte Vertragsstrafe in Höhe des angekreuzten Betrages“. Und daneben steht: Zu überweisender Betrag/Tatbestand: 19.90 Euro wegen fehlender Parkscheibe.

Was Sie nicht gewusst haben: Der Betreiber Ihres Supermarktes hat sich vermutlich über Autofahrer geärgert, die ihr Fahrzeug den ganzen Tag dort abstellen, weil sie vom Parkplatz aus mit Bus oder Bahn zur Arbeit fahren, und einen Ausweg gesucht, der keine Arbeit macht. Also hat er eine Firma mit der Überwachung des Parkplatzes beauftragt, im Falle unserer Leserin die „fair parken GmbH“ in Düsseldorf. Die hat auch ein Schild aufgestellt, das auf die neue Ordnung verweist. Und das Schild haben Sie natürlich nicht gesehen, und der Supermarktbetreiber hat Sie auch nicht vorsorglich darauf aufmerksam gemacht, dass Sie künftig immer eine Parkscheibe benutzen müssen. Den Fehler macht man nur einmal. Der Firma „fair parken“ kann man nicht vorwerfen, dass sie ein nettes Geschäftsmodell entdeckt hat. Aber mit dem Betreiber Ihres Supermarktes können Sie reden. Indem Sie dem Filialleiter oder der Filialleiterin den Strafzettel zusammen mit dem Kassenbon Ihres Einkaufs hinlegen und bitten, dass für ein Storno der Strafe gesorgt wird. Das geht nämlich. Und wenn er sich weigert, dann haben Sie ein probates Mittel: Sie kaufen dort nicht mehr ein.

Unsere Leserin hat übrigens der Firma, die den Markt betreibt, einen Brief geschrieben. Sie wartet noch auf Antwort. Ich habe ihr versprochen, über diese Antwort zu berichten, wenn sie kommt… wenn nicht: auch.

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