Namen & Neues

Der Ärger mit dem Parken

Veröffentlicht am 19.09.2018 von Gerd Appenzeller

Kaum eine Nachricht hat die Leserinnen und Leser des Newsletters so auf die Palme gebracht wie mein Bericht über die Abzockerei auf Parkplätzen von Supermärkten, wo, ohne dass es die Kunden bemerkt haben, saftige Strafen fällig werden, wenn man keine Parkscheibe hinter der Windschutzscheibe platziert. Nachfolgend einige Beispiele:

„Es wird an vielen Parkplätzen sogar 30,- Euro abgezockt, wenn keine Parkscheibe ausgelegt ist. Netto in der Scharnweberstr. gegenüber von Foto Hollin und z.B. auch am Bauhaus am Wilhelmsruher Damm. Das waren jetzt nur 2 Beispiele. Somit sind die 19,90 noch etwas moderat wenn auch das eine Abzocke darstellt, da man vom Ordnungsamt im öffentlichen Raum nur max. 5 bis 10 aufgebrummt bekommt. Es ist eine reine Abzocke, weil die Schilder natürlich nicht gut leserlich und in kleiner Schrift aufgestellt wurden. H. aus Wittenau“

„Das, was Ihre Leserin beim Thema ‚Parkplatz-Abzocke‘ passierte, erlebte ich in Wittenau, allerdings zum Preis von 30,00 Euro als ‚Vertragsstrafe‘  für die vergessene Parkscheibe. Hier herrscht ‚Park & Control‘ – siehe eingescannter “Strafzettel. Ich war leider nicht so energisch und habe leider wütend bezahlt. C. Z. aus Frohnau“

„Zum Thema ‚Strafzettel auf Supermarktparkplatz‘ ist die angegebene Strategie nicht empfehlenswert, da sie vom Goodwill des Marktleiters abhängt. Aufgrund der rechtlichen Situation empfiehlt es sich, gar nichts zu machen. Die besagte Firma wird dann den Halter ermitteln und den Vorwurf aufrechterhalten bzw. auffordern, den/die Fahrerin zu nennen, was man nicht tun sollte. Die Firma muss den ‚Täter‘ ermitteln; sie kann nicht den Halter zur Rechenschaft ziehen. Das ist anders als beim Verkehrsrecht. Genau für diesen Fall gibt es bereits Urteile. Kameraaufzeichnungen dürfen nicht herangezogen werden. Man verweist also darauf, bitte doch den für den Tathergang verantwortlichen Fahrer zu ermitteln. Hat die Firma seltsamerweise einen Zeugen, so hat man den ja selbstverständlich auch. Und zu guter Letzt hat man ja noch seinen Einkaufsbon (den man niemals wegwerfen sollte). Der Hinweis auf einen unlauteren Wettbewerb (schließlich haben die anderen Supermärkte das nicht) wirkt schon, verbunden mit der Bemerkung, diese Praxis im Umfeld des Supermarktes publik zu machen. Nebenbei sei noch bemerkt, das es oft nicht nur 19,90 Euro sind, die gefordert werden, sondern dann auch schon mal gleich 30 bis 50 Euro. Also Ruhe bewahren und nachdenken! Gezeichnet W.G.“

„Nee, lieber Herr Appenzeller, da muss ich Ihnen widersprechen. Das ist keine Abzocke. Das ist Unaufmerksamkeit, Sch(D)ussligkeit der Autofahrerin. Dass die Leserin das nicht gewusst haben soll/will – unwahrscheinlich. Sie liest doch Zeitung. Den Tagesspiegel wahrscheinlich. Sonst hätte sie Ihnen ja nicht geschrieben. Und Zeitungen berichten mit schöner Regelmäßigkeit über aufgebrachte Bürger, die einfach gepennt haben. Im Straßenverkehr selbst hoffentlich wacher. Ist mir vor einigen Wochen auch so gegangen. Ich weiß, dass ich da eine Parkscheibe rauslegen muss. Ich hab’s verschnarcht. Dass das ‚Knöllchen‘ bei Aldi, Lidl & Co. teurer ist als beim Ordnungsamt, macht es auch noch nicht zur Abzocke. Haben Sie im übrigen mal beobachtet, wie viele Autos auf den Behindertenparkplätzen stehen? Auch mit Parkscheibe. Das dürfte deutlich mehr kosten als die geforderten 30/35€. Mit freundlichen Grüßen aus Schweden, D. G.“

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