Namen & Neues

Waldsee-Anlieger unzufrieden

Veröffentlicht am 19.12.2018 von Gerd Appenzeller

Anwohner des Hermsdorfer Waldsees, die unter dem Durchgangsverkehr aus und nach Glienicke leiden, hatten in einem Verkehrsgutachten nachgewiesen, dass die Verkehrsbelastung ausschließlich durch Pendler verursacht wird. Der Initiator, Professor Michael Ortmann, wollte mit dem Gutachten belegen, dass der Berufsverkehr problemlos auf die B 96 gelenkt werden könnte, wenn man das Waldseeviertel zur Sackgasse macht, also an der Alten Schildower Straße blockierende Poller aufstellt, die zwar Radfahrer und natürlich Fußgänger passieren lassen, nicht aber Autos. Dafür hatten die Anlieger in drei Wochen mehr als 600 Unterschriften gesammelt. Der Vorgang liegt nun zur Prüfung und Bearbeitung beim Bezirksamt. Die zuständige Bezirksstadträtin, Katrin Schultze-Berndt, lehnt die Schließung der Straßen strikt ab. Aus Ihrer Sicht wäre es ein Symbol für den erneuten Mauerbau.

Michael Ortmann sagt dazu, dieses Argument würde gerne als „Totschlagargument“ genutzt. Man kenne das schon von der Kommunalpolitik aus Glienicke/Nordbahn. Es sei verwunderlich, dass sich die Bezirksstadträtin aus Reinickendorf mit der Kommunalpolitik aus Glienicke/Nordbahn solidarisiere, denn die Gemeinde Glienicke profitiere vom Status Quo der Verkehrsströme, der zu Lasten der Anwohner in Hermsdorf gehe. Die Forderung nach Verkehrsberuhigung sei keine politische Forderung nach einer neuen Grenze. Ein Durchfahrtshindernis betreffe nur den Autoverkehr. Fahrradfahrer und Fußgänger könnten die Straße ungehindert und dann auch ungefährdet nutzen.  Man müsse schon, argumentiert Ortmann, eine ideologische Krücke bemühen, um Poller oder Blumenbeete ernsthaft mit einer Mauer zu verwechseln.

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