Namen & Neues

Rettet die Schwimmbäder

Veröffentlicht am 06.02.2019 von Gerd Appenzeller

Immer mehr Schwimmbäder machen zu, weil die Gemeinden Geld sparen. In Berlin ist der Schwimmunterricht an den Schulen aktiv gefährdet, weil Bäder geschlossen oder aufwändig über Monate renoviert werden. Eine der dramatischen Folgeerscheinungen ist, dass immer mehr Kinder gerade aus Problemgebieten nicht schwimmen können – entweder, weil die aus dem Ausland zugewanderten Eltern es auch nie gelernt haben, oder weil sie nicht darauf drängen, dass es den Kindern beigebracht wird. In dieser Situation meldet sich die DLRG, die deutsche Lebensrettungsgesellschaft, zu Wort. „Alle vier Tage schließt in Deutschland ein Schwimmbad… Auch Reinickendorf ist von Bäderschließungen betroffen. 2002 wurde das Hallenbad in der Cité Foch geschlossen, seit 2017 ist das Strandbad Tegel zu. (Ergänzung der Newsletter-Redaktion: Jetzt wird das Paracelsusbad renoviert und steht für Schulschwimmen nicht mehr zur Verfügung). “Die Folgen des Bädersterbens sind verheerend”, warnt Felix Schönebeck, Leiter der Verbandskommunikation der DLRG Reinickendorf.

Laut einer von der DLRG in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage von 2017 können 60% der Zehnjährigen nur schlecht oder gar nicht schwimmen. 2005 war diese Zahl laut Emnid-Studie mit rund einem Drittel noch deutlich niedriger. Auch die Zahl der Todesfälle durch Ertrinken hat sich drastisch erhöht. „Längere Wartelisten und ausfallendes Schulschwimmen machen Deutschland zum Land der Nichtschwimmer. Dieser Trend ist gefährlich und muss unverzüglich umgekehrt werden”, fordert Schönebeck. Die DLRG will mit einer Petition eine angemessene und nachhaltige Bäderversorgung durch systematische Bedarfsplanung und -deckung im Rahmen eines bundesweiten Masterplans erreichen. Geht es nach der DLRG, soll dafür eine Gesellschaft gegründet werden, die ausschließlich die Koordination der Bädersanierung zur Aufgabe hat. Der Bund soll darüber hinaus die Kommunen bei der Sicherung einer nachhaltigen Finanzierung unterstützen. Bis zum 12. April 2019 muss die DLRG insgesamt 50.000 Unterschriften sammeln, um das notwendige Quorum zu erfüllen und die Petition dem Petitionsausschuss im Deutschen Bundestag vorlegen zu können. Unterstützen Sie die Petition jetzt online und helfen Sie mit, das Bädersterben zu beenden unter: rettet-die-baeder.de