Namen & Neues

Noch einmal: Für und Wider Schutzimpfung

Veröffentlicht am 17.04.2019 von Gerd Appenzeller

Soll ein Gesundheitsamt im Falle von Windpockenerkrankungen Kinder vom Schulbesuch ausschließen, die nicht dagegen geimpft sind? So etwas war im Kreis Potsdam-Mittelmark geschehen, und ich hatte Patrick Larscheid, den Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Reinickendorf, gefragt, ob er in einem vergleichbaren Fall auch so reagieren würde. Er hatte das ausdrücklich bestätigt, und, zur Erinnerung, folgendes geschrieben: „Das Infektionsschutzgesetz verpflichtet in ganz Deutschland Gesundheitsämter die Ausbreitung übertragbarer Krankheiten zu verhindern. Bei hochansteckenden und alles andere als harmlosen Krankheiten wie Windpocken, gegen die es im übrigen eine Impfung gibt, gehört es zu den normalen Instrumenten, dass über Impfbuchkontrollen oder ärztliche Bescheinigungen der Immunstatus der Schülerschaft überprüft wird, um Kinder vor Ansteckung zu schützen. Zu diesem Zweck würden wir ebenso wie die Kollegen aus Potsdam-Mittelmark eventuell Kinder vom Schulbesuch ausschließen. Leider sind solche Geschehen wie in Kleinmachnow wegen des  Einflusses der antroposophischen Medizin an Waldorfschulen häufig. Die Impfquoten an Waldorfschulen sind -gewollt- niedrig, die Gefährdung anderer Menschen wird in Kauf genommen und heruntergespielt. Die Elternschaft wird an Waldorfschulen durch unverantwortliche Ärztinnen und Ärzte aus dem Dunstkreis der Antroposophie gegen diese lebensrettende Art von Vorsorge indoktriniert. In der antroposophischen Medizin ist kein Platz für Impfungen“.

Dagegen verwahrte sich jetzt Dr. Detlev Hardorp, der bildungspolitische Sprecher der Waldorf-Schulen in Berlin-Brandenburg. Er schreibt:

„1. Zitat: ‚Leider sind solche Geschehen wie in Kleinmachnow wegen des  Einflusses der antroposophischen Medizin an Waldorfschulen häufig. Die Impfquoten an Waldorfschulen sind – gewollt – niedrig, die Gefährdung anderer Menschen wird in Kauf genommen und heruntergespielt.‘

Zutreffend ist: Impfentscheidungen trifft das Elternhaus. Waldorfschulen respektieren Impfentscheidungen von Eltern und geben dazu keinerlei Empfehlungen. Sie haben einen pädagogischen Auftrag und gehen verantwortungsvoll mit Gefahrenquellen um.

2.  Weiter heißt es: ‚Die Elternschaft wird an Waldorfschulen durch unverantwortliche Ärztinnen und Ärzte aus dem Dunstkreis der Antroposophie gegen diese lebensrettende Art von Vorsorge indoktriniert. In der antroposophischen Medizin ist kein Platz für Impfungen.‘

Zutreffend ist: Die Anthroposophische Medizin tritt nachweislich für Impfungen als einer wichtigen Maßnahme zur Vorbeugung lebensbedrohlicher Erkrankungen ein. Sie respektiert den freien Impfentscheid und beteiligt sich an der wissenschaftlichen Diskussion zu einzelnen Impfungen.“

Meine Meinung: Ich bin sicher, dass diese Kontroverse weiter gehen wird, zumal inzwischen sogar eine bundesweite Impfpflicht gegen Masern diskutiert wird.

Anzeige