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SPD-Fraktion fordert U-Bahn-Weiterbau im MV

Veröffentlicht am 07.08.2019 von Gerd Appenzeller

SPD für U-Bahnweiterbau im Märkischen Viertel. Die SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus hat auf einer Sitzung am 4. Juni einen Antrag beschlossen, durch den der Senat zur Verlängerung dreier bestehender U-Bahnlinien aufgefordert wird. Es handelt sich um die U 8 im Märkischen Viertel, die U 2 nach Pankow-Kirche und die U 3 mit einem Lückenschluss zum Mexikoplatz. Der SPD-Abgeordnete Jörg Stroedter hat gegenüber dem Tagesspiegel besonders die Notwendigkeit einer Weiterführung der U 8 über die jetzige Endstation Wittenau hinaus durch das Märkische Viertel bis zur alten Linie der Stammstrecke der Heidekrautbahn gefordert. Dieser Endpunkt, als Umsteigebahnhof von der U-Bahn auf die Heidekrautbahn, läge auf der Höhe der östlichen Bezirksgrenze, an der Einmündung der Uhlandstraße in die Quickborner Straße. Zwei weitere Stationen wären auf Höhe der Einmündung des Eichhorster Weges in den Wilhelmsruher Damm und an der Stelle, an der der Senftenberger Ring vom Wilhelmsruher Damm abzweigt. Auf dieser Karte können Sie alle Details der Planung erkennen. Dieser Vorstoß der SPD steht im Gegensatz zur Festschreibung im geltenden Koalitionsvertrag. In dem wurde auf Drängen der Grünen der Passus aufgenommen, dass in nächster Zeit keine neuen U-Bahnlinien gebaut werden sollten. Jörg Stroedter begründet das Umdenken der SPD mit dem starken Bevölkerungswachstum.

Im Einzelnen heißt es im SPD-Antrag: „Das Abgeordnetenhaus spricht sich daher für die Fortführung der Planungsarbeiten für die Verlängerung der U-Bahnlinie 8 in das Märkische Viertel nach Vorliegen der Machbarkeitsstudie aus. Das Märkische Viertel ist eines der größten zusammenhängenden Siedlungsgebiete ohne direkten Schienenverkehrsanschluss an das U-Bahn-Netz. Die S-Bahn ist ca. 2 km vom Zentrum der Großsiedlung entfernt. Die zentrale Achse im Wilhelmsruher Damm bis zum Märkischen Zentrum wird derzeit durch vier Buslinien befahren, welche ca. 60.000 Fahrgäste pro Werktag im Jahre 2035 nutzen werden. Schon jetzt sind dort Überfüllungen mit 100 Prozentmeldungen im Busnetz vorhanden. Der Busknoten S+U-Bahnhof Wittenau ist überlastet. Rückstau von Bussen über die Haltestellen hinaus ist in Spitzenzeiten die Regel. Die bereits mit einer großzügigen Kehranlage hinter dem Bahnhof Wittenau (Wilhelmsruher Damm) endende U-Bahnlinie 8 bietet sich zur Entschärfung der Kapazitätsprobleme an. Durch den Wegfall des Umsteigezwangs auf den Bus am S+U-Bahnhof Wittenau würde der ÖPNV attraktiver und die Auslastung des bestehenden Nordabschnitts der U8 sich erhöhen. Zudem führt die Reduktion des Busverkehres zu einer Reduzierung des nächtlichen Straßenlärmes im Wilhelmsruher Damm. Der Nahverkehrsplan sieht ab ca. 60.000 Fahrgästen pro Werktag die U-Bahn vor. Weiteres Wachstum durch Verdichtung wird gerade durch den aktuellen Wohnungsbau der GESOBAU AG – beginnend mit 383 Wohnungen im Senftenberger Ring – geschaffen. Eine Erweiterung der Schulplätze im Märkischen Viertel wird weitere Verkehre nach sich ziehen. Der Ausbau der U8 bildet einen wichtigen Beitrag zur Mobilitätswende. Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs liegt im Bezirk Reinickendorf mit 44 Prozent deutlich über dem Berliner Durchschnitt. Eine bessere Anbindung des Märkischen Viertels an den schienengebundenen ÖPNV dient der Verbesserung des Modalsplits hin zum Umweltverbund aus ÖPNV, Fuß- und Radverkehr, wie es das Mobilitätsgesetz vorsieht“.

Wenig überraschend: Die SPD-Fraktion in der BVV unterstützt den Vorstoß der sozialdemokratischen Parlamentsfraktion. Marco Käber, Führer der BVV-Fraktion, schreibt dazu: „Dieser Antrag bringt Schwung in diese Jahrzehnte lange Debatte, hier muss endlich dem Wunsch der Bevölkerung entsprechend geliefert werden, und dass muss die gesamte Koalition auf Landesebene auch erkennen“. – Text: Gerd Appenzeller
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