Namen & Neues
Die Konfetti-Kontrollettis vor dem Rathaus
Veröffentlicht am 11.09.2019 von Gerd Appenzeller

Die Konfetti-Kontrollettis vor dem Rathaus. Als ich im letzten Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Reinickendorf ganz zum Schluss über eine Aufforderung der SPD-Fraktion in der BVV berichtete, Bezirksstadtrat Sebastian Maack von der AfD solle dafür sorgen, dass der Konfettiregen nach Trauungen an der Rathaustreppe regelmäßig beseitigt wird, war mir klar, dass dieser Ball nicht in Maacks Tor bleiben wird. Hier kommt nun seine Entgegnung, auch die wieder, unkommentiert:
- „Lieber Herr Appenzeller, das Konfetti vor dem Rathaus ist ja schon seit langem ein Ärgernis und wurde schon intensiv diskutiert. Umso erstaunlicher ist es, dass bestimmte Fakten bei einigen Fraktionen offensichtlich noch nicht angekommen sind, wie die Presseerklärung der SPD offenbart. Ich schreibe deshalb Ihnen und hoffe, dass die SPD-Fraktion den Tagesspiegel-Newsletter aufmerksamer liest, als meine Antworten auf BVV-Anfragen:
- Das Ordnungsamt ist trotz seines prägnanten Namens nicht für das Saubermachen und Aufräumen zuständig. Dies erledigt auf öffentlichen Straßen die BSR und auf Bezirksgrundstücken und in Grünanlagen das Straßen- und Grünflächenamt (SGA), aktuell in der Zuständigkeit meiner Kollegin Kathrin Schultze-Berndt. Dem Ordnungsamt obliegt aber die Verfolgung von Verunreinigungen und illegaler Müllentsorgung.
- In der Tat handelt es sich beim Werfen von Konfetti vor dem Standesamt um eine Ordnungswidrigkeit, zumindest, wenn dieses nicht anschließend wieder aufgesammelt wird, was ich allerdings noch nie erlebt habe. Es darf aber nur der zur Rechenschaft gezogen werden, der das Konfetti geworfen hat. Solange sich das Brautpaar, dessen Namen und Adresse uns bekannt sind, nicht selbst mit Konfetti bewirft, was ich auch noch nie erlebt habe, müssten wir also zunächst die Identität der Gäste/Werfer feststellen.
- Das würde im Endeffekt bedeuten, dass ich zwei bis drei Mal pro Woche zu den Trauungsterminen eine Streife des Ordnungsamtes (immerhin die Hälfte bis ein Drittel meines verfügbaren Personals) vor dem Standesamt postieren müsste und diese die Personalien jedes Konfetti-Werfers aufnehmen, um anschließend ein Ordnungswidrigkeitenverfahren einzuleiten. Damit würde der Tag zwar auch für alle unvergesslich bleiben, aber wohl anders, als man sich das wünscht.
- Das Bezirksamt hat deshalb beschlossen, eine Reinigungsfirma damit zu beauftragen, die Straße und Umgebung jeweils nach der letzten Hochzeit reinigen zu lassen. Das ist nicht ideal, aber unter den genannten Umständen sicherlich die Lösung mit dem größten Augenmaß. Beste Grüße, Sebastian Maack.“ – Text: Gerd Appenzeller
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