Namen & Neues

Ein Mann, ein Problem, zwei Behörden

Veröffentlicht am 11.09.2019 von Gerd Appenzeller

Eine Gully-Posse aus Berlin-Reinickendorf. Aus dem nördlichen Ortsteil Frohnau hat mir Lothar Hüttenhein eine Mail geschickt, die eigentlich vor allem das Tiefbauamt des Bezirks und die BSR angeht – eigentlich. Aber wirklich geht es viele Behörden an, die ratsuchende Bürgerinnen und Bürger hin- und herschicken. Aber lesen Sie selbst:

„Vor meinem Haus in Frohnau befinden sich zwei Gullys (wie ich jetzt lernen musste: Wasserablaufschächte …). Der eine davon ist aufgrund der starken Regenfälle vor einigen Wochen mit Erde vollständig verstopft. Meine eigenen Versuche, ihn mit einem Spaten zu säubern, misslangen, und ich habe auch nicht die Kraft, den Gully-Deckel anzuheben. Als ehemaliger Bürgermeister ist mir bekannt, dass in jeder normalen Stadt für derartige Probleme das Tiefbauamt zuständig ist. Aber ich habe immer noch nicht ausreichend gelernt, denn…

Berlin ist eben keine normale Stadt, wie sich auch an folgendem wieder zeigt: Ich wollte also das Tiefbauamt des Bezirks Reinickendorf ansprechen  –  in diesem Moment aber wurden in unserer Straße Schilder aufgestellt mit dem Hinweis: „Bitte nicht parken, da Kanalreinigung durchgeführt wird.“ Ich habe diese Gelegenheit genutzt – und als dann die Kanalreiniger kamen, habe ich sie auf diesen Gully angesprochen. Erhielt aber die für mich erstaunliche Antwort:  Kanalreinigung umfasst nicht die Gullyreinigung, sondern für letzteres sei die BSR zuständig. Kanalreinigung sei eine Sache des Senats. Zwar hatte ich bisher angenommen, die BSR sei nur für die Abfallbeseitigung zuständig  –  aber gut…

Ich habe also eine Nachricht an die BSR geschickt mit der Bitte, diesen Gully zu reinigen. Prompt bekam ich die sinngemäße Antwort, die BSR könne „so einfach“ nicht tätig werden, sondern nur auf Anweisung des Tiefbauamtes des Bezirks  –  ich solle also dieses Tiefbauamt ansprechen.

Ich habe dem Tiefbauamt des Bezirks eine Mail gesendet. Und ich habe auch darauf hingewiesen, dass ich nicht so glücklich darüber bin, in dieser Angelegenheit von Pontius zu Pilatus geschickt zu werden  –  ergo: Wenn sich das Tiefbauamt diesmal auch nicht für zuständig halte, dann soll es jetzt bitte selbst die zuständige Stelle ansprechen.

Das ist nun etwa 5-6 Wochen her, eine Antwort habe ich bis heute nicht erhalten  –  und am schlimmsten: der Gully ist immer noch bis oben verstopft. Ich (und manche andere Bürger) wäre(n) Ihnen sehr dankbar, wenn Sie als Presse in dieser Angelegenheit etwas bewirken könnten. Im voraus herzlichen Dank für Ihre Bemühungen!“

Gern geschehen, lieber Herr Hüttenhein. Jetzt warten wir mal ab….  – Fortsetzung folgt im Reinickendorf-Newsletter vom Tagesspiegel. – Text: Gerd Appenzeller

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