Namen & Neues

Besserer S-Bahntakt in Reinickendorf? Das dauert noch Jahre

Veröffentlicht am 02.10.2019 von Gerd Appenzeller

Besserer S-Bahntakt in Berlin-Reinickendorf? Das dauert noch Jahre. Empört ist der verkehrspolitische Sprecher der CDU in der BVV Reinickendorf, Frank Marten, nach eigenen Angaben über die Antwort von Verkehrs-Staatssekretär Ingmar Streese, Grüne, auf einen Antrag zu einem beschleunigten Ausbau der S-Bahnlinie 1. Den hatte die CDU gemeinsam mit den Linken eingebracht. Frank Marten, sauer: „In dem Antrag (Drs. 1255) fordern wir, die teilweise unzumutbare Überlastung der Züge zwischen Frohnau und der Innenstadt durch einen 10-Minuten-Takt nach Oranienburg und den durchgängigen Einsatz von Vollzügen mit vier Doppelwagen schnellstens zu beenden.“ Doch jetzt das: „Als Antwort bekommen wir zu lesen, dass dafür schlicht die entsprechenden Züge und Waggons fehlen und eine Angebotserweiterung ‚voraussichtlich ab Mitte der 2020er-Jahre schrittweise umgesetzt‘ werden könne.“

Hier der S-Bahnhof im hohen Berlin Norden: Frohnau.

Das S-Bahn-Dilemma am Stadtrand. Die Aussage heißt im Klartext: Beim in Berlin üblichen Umsetzungstempo werde es also wohl mindestens zehn Jahre dauern, bis ein zufriedenstellendes Angebot auf der S1 vorhanden ist. Vorausgesetzt, es ziehen nicht noch einmal so viele Menschen wie in den letzten Jahren ins Umland. Denn dann sind auch diese Pläne wieder Makulatur. Ihm, also CDU-Mann Marten, fehle die Vorstellungskraft dafür, dass die Anschaffung zusätzlicher Waggons so lange Zeit in Anspruch nehmen soll. Mit überfüllten Zügen, die alle 20 Minuten aus dem Umland nach Berlin fahren, werde man niemanden aus dem bequemen Autositz locken. Vermutlich heißt dieser Plan des Senats deshalb auch „i2030“. In der Mathematik bezeichnet man nämlich mit „i“ die imaginäre Zahl – nomen est omen. – Text: Gerd Appenzeller
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