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Schicki-Micki-Gefahr? Das Ende der Markthalle
Veröffentlicht am 18.12.2019 von Gerd Appenzeller

Schicki-Micki-Gefahr? Das Ende der Markthalle in Berlin-Tegel. Traurig, traurig: Es wird keinen Ersatz, keine Übergangslösung für die Tegeler Markthalle geben, wenn diese zum 6. Januar schließt, weil das Gebäude, in dem das Provisorium untergebracht ist, im Zuge der Neubaumaßnahmen an der Gorkistraße abgerissen werden muss. Das Foto oben machte Jürgen Ritter. Erst zur Jahresmitte macht eine neue Markthalle auf. Welche Anbieter, welche Händler es dort dann geben wird, steht in den Sternen. Die Gefahr, dass dort eine Schicki-Micki-Halle entstehen wird, deren Angebot am Tegeler Bedarf messerscharf vorbei geht, ist leider groß.
Warum hat es mit dem Provisorium nicht geklappt? Diese Frage wurde Bürgermeister Frank Balzer, CDU (Foto: Thilo Rückeis), in der letzten BVV-Sitzung gestellt. Seine Antwort: Der Bezirk sei auf die Marktleute zugegangen, aber von 25 Betreibern hätten nur drei Interesse an einem Übergang bekundet. Die meisten hätten, so Balzer, mit Investor Harald Huth „eine Lösung gefunden“. Mir erzählten Händler, dass der provisorische Standort ungeeignet sei. Man könne ihn weder richtig beheizen, noch eine Kühlanlage für die Waren installieren. Auch der Schutz vor Einbrüchen und Vandalismus sei nicht gegeben. Gerade in der kalten Jahreszeit wäre eine feste Halle für den Übergang die einzige akzeptable Lösung gewesen.

Einen positiven Aspekt hat der Umbau in der Gorkistraße auf jeden Fall: Der Bedarf an qualifizierten Einkaufsplätzen wird mit der Fertigstellung des Tegel-Centers deutlich steigen. Das geht aus dem zweiten Teil der Antwort Balzers hervor. Die Deutsche Rentenversicherung wird in den Neubau mit 1400 Mitarbeitern einziehen. Sowohl die DRV als auch deren Personalräte seien von dem Standort direkt an einer S- und U-Bahnstation wegen der hervorragenden Verkehrsanbindung begeistert.
Dass diese 1400 Angestellten die Einkäufe des täglichen Bedarfs in Tegel erledigen werden, sollte den Geschäftsbesitzern in der Umgebung der Gorkistraße die Freudentränen in die Augen treiben…. – Text: Gerd Appenzeller
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