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Verkehrschaos bleibt Reinickendorf wohl doch erspart

Veröffentlicht am 20.05.2020 von Gerd Appenzeller

Verkehrschaos bleibt Reinickendorf wohl doch erspart. Die befürchtete gleichzeitige Sperrung der S-Bahnlinie S 25 zwischen Schönholz und Hennigsdorf über Tegel und der U-Bahnlinie U 6 zwischen Alt-Tegel und dem Kurt-Schumacher-Platz wegen Sanierungsarbeiten lässt sich offenbar doch noch verhindern.

Das geht aus einer Reaktion von BVG-Vorstand Rolf Erfurt auf eine entsprechende Bitte des Reinickendorfer Bürgermeisters Frank Balzer, CDU, hervor. Balzer hatte den BVG-Vorstand darauf hingewiesen, dass die Sperrung der S 25 bei zeitgleich durchgängiger Vollsperrung der U6 bis zum Kurt-Schumacher-Platz im Norden zu chaotischen und für Reinickendorf inakzeptablen Beeinträchtigungen des öffentlichen Nahverkehrs führen würde.

Da die U-Bahn von der BVG betrieben wird und die S-Bahn ein Tochterunternehmen der DB ist, war es bislang offenbar zu keiner Abstimmung gekommen, obwohl die mögliche Kollision beider Bauvorhaben seit Monaten Gegenstand der öffentlichen Diskussion ist. Zusätzlich nervös machten die Menschen im Norden Berlins die zeitnahen Pläne der Deges, der staatlichen Planungsgesellschaft für die Verkehrsprojekte „Deutsche Einheit“ ,zur Sanierung und Sperrung der Autobahn A 111 vom Funkturm bis zur Landesgrenze nach Brandenburg. Die soll nun aber erst 2023 beginnen.

BVG-Vorstand Erfurt teilte dem Reinickendorfer Bezirksbürgermeister jetzt mit, er könne die Befürchtungen nachvollziehen. Nach nochmaliger Überprüfung des Bauwerkzustandes sowie unter Berücksichtigung der aktuellen Zeitpläne für die Sanierung der A111 wäre eine Verschiebung der U6-Sanierung mit Start im November 2021 denkbar. Bislang sollte die Baumaßnahme im Frühjahr beginnen.

Diese Einsicht ist in jedem Fall begrüßenswert. Es war für den Außenstehenden ohnedies rätselhaft, warum zwei öffentliche Verkehrsunternehmen nicht in der Lage sein sollten, sich bei so einschneidenden Maßnahmen abzustimmen. Aber vielleicht hat sich auch hier als hilfreich erwiesen, wenn sich die handelnden Personen kennen. Die langjährige und sehr erfolgreiche BVG-Chefin Sigrid Nikutta war ja zum Jahreswechsel in den Vorstand der Deutschen Bahn gewechselt. Dort ist sie zwar nicht für den ÖPNV, sondern für den Güterverkehr zuständig. Aber man redet natürlich im Vorstand miteinander, und ihr guter Draht vom Bahntower zur BVG-Zentrale war dann vielleicht doch nützlich. – Text: Gerd Appenzeller
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