Namen & Neues

Problemfall Märkisches Viertel

Veröffentlicht am 10.06.2020 von Gerd Appenzeller

In einer ganzen Reihe Berliner Bezirke ist die soziale Entwicklung problematisch. Das betrifft vor allem die Großsiedlungen aus den 70-er- und 80-er Jahren. Hier wohnen besonders viele einkommensschwache Menschen, viele Arbeitslose, viele Alleinerziehende. Oft ist auch noch die Verkehrsanbindung schlecht. Das Märkische Viertel im Osten Reinickendorfs ist ein Musterbeispiel dafür. Dabei sieht es aus der Luft doch wie ins Grüne eingebettet aus. Schauen Sie mal. 40.000 Menschen leben dort, und dass sie mit Problemen zu kämpfen haben, ist bekannt. Darauf hingewiesen wird jetzt in der neuen Ausgabe der Senatsstudie über die soziale Entwicklung der Stadt. Mein Kollege Ralf Schönball hat sie im Tagesspiegel analysiert, hier ist die Link zu seinem Text.

Alarmierend ist dabei, dass sich die soziale Auseinanderentwicklung im Märkischen Viertel weiter verschärft hat. Das führte offensichtlich dazu, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein Forschungsprojekt zum Zusammenleben und zur Integration besonders benachteiligter Menschen unterstützt hat, in dessen Rahmen das Märkische Viertel zwei Jahre lang untersucht wird. Im letzten Newsletter hatte ich bereits darüber berichtet. Wenn Sie in der umfangreichen Studie des Senats zur Stadtentwicklung selber einmal lesen wollen, hier ist der Link dazu.

Dabei ist alarmierend, dass in Reinickendorf und Spandau mehr Problemgebiete definiert wurden als in jedem anderen Berliner Bezirk. Neben dem Märkischen Viertel werden auch die Klixstraße und die Scharnweberstraße genannt, sowie der Dannenwalder Weg und die Rollbergesiedlung. – Text: Gerd Appenzeller
+++
Dieser Text stammt aus dem Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Reinickendorf. Die Newsletter für die 12 Berliner Bezirke gibt es kostenlos unter leute.tagesspiegel.de
+++
Mehr Themen aus Berlin-Reinickendorf – hier eine Auswahl aus dem aktuellen Newsletter

  • Abschied von Berlins Biker-Pfarrer Bernd Schade
  • Neue Corona-Fälle
  • Wie dicht darf die Cité Guynemer noch bebaut werden? SPD-Abgeordneter beklagt katastrophale Abwasserlage. Bezirksamt sagt: Baugenehmigung durfte nicht verweigert werden
  • Immer wieder Ärger vor den Betriebshöfen – verkürzte Öffnung führt zu BSR-Dauerstau
  • Musikschulen, VHS und Turnhallen öffnen wieder – aber unter strengen Corona-Auflagen
  • Offener Vollzug in der JVA Tegel nun doch trotz Anwohnerprotesten?
  • …und noch viel mehr aus Reinickendorf hier im Bezirksnewsletter vom Tagesspiegel. In voller Länge unter leute.tagesspiegel.de