Namen & Neues
Im Bezirk regt sich Widerstand gegen AfD-Parteizentrale in Wittenau
Veröffentlicht am 07.12.2022 von Lisa Erzsa Weil
Am vergangenen Mittwoch wurde ein Protest gegen die Eröffnung der AfD-Zentrale in Wittenau organisiert (wir berichteten). Unter Federführung der Stadtteilgruppe-Nord der Omas gegen Rechts sowie gemeinsam mit den Mitgliedern des „Reinickendorfer Bündnisses für Solidarität und gegen rechte Unterwanderung“ (unter anderem bestehend aus SPD, Linke, Grüne und den Omas gegen Rechts 3.0) fand am 30. November zwischen 16 und 17 Uhr eine Mahnwache vor dem Kaufland an der Ecke Wittenauer Straße/Eichhorster Weg statt.
Etwa 100 Menschen versammelten sich nach Angaben des Veranstalters, darunter auch Bezirksbürgermeister Uwe Brockhausen (SPD), die Abgeordnete Klara Schedlich (Grüne) und Alexander Ewers (SPD), Stadtrat für Jugend, Familie und Gesundheit, um gegen die geplante neue und vergrößerte Bundeszentrale der AfD zu protestieren.

Unterstützt wurde die Aktion unter anderem von der Kampagne „Kein Raum der AfD“ und „Aufstehen gegen Rassismus“. Der Veranstaltungsort lag unweit des Bürokomplexes Eichhorster Weg 80/Wallenroder Straße 1, in den die AfD einziehen wird. Dort finden aktuell auf drei Etagen umfangreiche Baumaßnahmen statt. Im Erdgeschoss sollen größere Konferenzräume, im 3. und im Dachgeschoss Büroräume entstehen.
Die Organisator:innen sagen, ihnen mache die bevorstehende Eröffnung der AfD-Parteizentrale im Bezirk große Sorge. „Der Umstand, dass eine rassistische, unsoziale, antifeministische und die Gesellschaft spaltende Partei in Reinickendorf ihr Domizil aufschlägt und der Faschist Björn Höcke dort ein- und ausgeht, empört uns“, heißt es aus ihren Reihen.
Die Wittenauerin Schedlich zeigte sich überrascht von der Anzahl der anwesenden Protestierenden und erklärt: „Die AfD ist eine zutiefst undemokratische Partei.“ Das zeige die Partei in ihren Inhalten und in ihrem Handeln. „Wer andere Menschen von demokratischer Teilhabe ausschließen will, hat sie selber nicht verdient. Wir wollen die AfD nicht, nicht in Wittenau, nicht in Berlin, nirgends“, so Schedlich.

Offenbar äußerte ein Mieter des Gebäudes seine Meinung, indem er in ein Fenster eine Pride-Flagge aufhängte.
- Fotos: Klara Schedlich, Omas gegen Rechts