Namen & Neues
Reinickendorfer Ordnungshüter können in Zukunft einen Helm tragen
Veröffentlicht am 20.12.2023 von Valentin Petri
Das Ordnungsamt hat für seine Mitarbeiter im Außendienst 20 Schutzhelme angeschafft. Damit reagiere man auf die vermehrten Angriffe auf Mitarbeitende, erklärte Ordnungsstadträtin Julia Schrod-Thiel (CDU) beim Pressetermin letzte Woche.
Auf reges Interesse stießen die dunkelblauen Helme. Fernsehen, Radio und Nachrichtenagenturen haben die in der Bundesrepublik für Ordnungsbehörden laut Bezirksamt einmalige Schutzausrüstung beäugt.
Rein rechnerisch habe im letzten Jahr jeder Mitarbeiter einmal im Monat Gewalt oder einen Übergriff erlebt, sagte Schrod-Thiel. Bei gefährlichen Einsätzen, die das Ordnungsamt häufig in Zusammenarbeit mit der Polizei mache, müssten ihre Mitarbeitenden bisher ohne Kopfschutz neben den Polizisten in voller Montur ins Geschehen.
Einen besonders schlimmen Vorfall habe es im letzten Sommer gegeben, berichtete Außendienstleiter Ronald Mikkeleitis, der die 45 Mitarbeitenden koordiniert. Nach einem eigentlich einfachen Ordnungsverstoß hätten drei Personen einen Mitarbeiter des Ordnungsamtes gejagt und mit einem Stuhl beworfen.
Es gebe auch gefährliche Einsätze im Außendienst, erklärte Mikkeleitis: „Wir gehen nachts in Parks, wir machen Jugendschutzeinsätze in Shisha-Bars oder gehen in illegale Bordelle oder illegale Spielhallen.“
800 Euro pro Stück kostet die Kopfbedeckung mit Amtslogo und Bezirkswappen. Sie liegen in den Einsatzfahrzeugen bereit, Mitarbeitende können aber freiwillig entscheiden, ob sie die Helme beim Einsatz aufsetzen.