Namen & Neues
Cité Foch: Mehr Wohnungen und Stellplatzdiskussion
Veröffentlicht am 14.02.2024 von Valentin Petri
Der Stadtentwicklungsausschuss hat in seiner gestrigen Sitzung die Planreife für zwei weitere Bauvorhaben auf dem viel diskutierten Wohngebiet zwischen Wittenau und Waidmannslust beschlossen. Einstimmig machten die Bezirksverordneten den Weg frei für insgesamt 91 weitere Wohnungen, die in fünf Mehrfamilienhäusern an der Rue Montesquieu entstehen sollen.
Erstmals sehen die Planungen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) auch zwei Gewerbeeinheiten in einem der Gebäude vor. Damit erfülle die Bauherrin ihre Zusage gegenüber dem Bezirk, erklärte die zuständige Stadträtin Korinna Stephan (Grüne) vor den Ausschussmitgliedern.
Anwohner und Bezirksvertreter hatten immer wieder kritisiert, dass die Bundesanstalt in dem Neubaugebiet keinerlei Einkaufsmöglichkeiten oder Nachbarschaftsräume vorgesehen hat. Eine „Schlafstadt“ sei die Cité Foch dadurch geworden, so lautet der Vorwurf.
Bezirksstadträtin Stephan hatte die Gewerbeeinheiten deshalb nachträglich in den städtebaulichen Vertrag mit der BImA hinein verhandelt. Aus Sicht der SPD-Verordneten Angela Budweg ist das weiterhin zu wenig. „Der Bezirk hätte die Erdgeschosszonen der Wohnhäuser im Bebauungsplan von Anfang an für Gewerbe oder Dienstleistungen vorsehen und damit beleben können.“ Das sei nicht passiert und eine vertane Gelegenheit, kritisiert die Fraktionssprecherin für Stadtentwicklung.
Für Diskussion sorgte im Ausschuss erneut die Verkehrsanbindung des Wohngebietes. CDU und SPD kritisieren vor allem, dass zu wenig Stellplätze für Autos vorgesehen sind. Die Christdemokratin Sylvia Schmidt verwies auf die steigende Zahl an Kraftfahrzeugzulassungen im Land.
„Wenn wir im Wohngebiet nicht genügend Parkplätze zur Verfügung stünden, würden die Menschen ihre Autos woanders abstellen.“, so die Bezirkspolitikerin aus Heiligensee. Damit würde man das Problem nur verlagern.
„Der Zwang ein eigenes Auto haben zu müssen ist auch bei uns im Bezirk gering“, widerspricht der Grünen-Verordnete Andreas Rietz. Die Wohnungen entstünden in unmittelbarer Nähe zum S-Bahn-Eingang Waidmannslust und damit in äußerst verkehrsgünstiger Lage.
Viele Bewohner der Cité Foch würden das Auto bestimmt gerne stehen lassen und mit der S-Bahn zur Arbeit fahren, stimmt SPD-Verordnete Budweg zu. „Aber es ist etwas anderes, sein Auto zu verkaufen als es stehen zu lassen.“ Auch dann brauche es Parkplätze, so die Stadtentwicklungsexpertin.
Nach Schätzungen des Bezirksamtes werden nach Beendigung aller Baumaßnahmen auf dem Gelände 0,5 Parkplätze pro Wohnung zur Verfügung stehen. Das geht aus einer kürzlichen Anfrage von Budweg hervor.
Derzeit werde geprüft und diskutiert, heißt es in der Antwort des Bezirks, inwiefern die BImA mit den zukünftigen Mietern in der Cité Foch eine vertragliche Verpflichtung abschließen könnte, auf das eigene Auto zu verzichten.