Kiezgespräch

Veröffentlicht am 20.03.2019 von Gerd Appenzeller

Wohin mit dem Sperrmüll? Seit letzter Woche gibt es den Versuch der Verkehrslenkung Berlin (VLB), das Verkehrschaos am BSR-Recyclinghof Heiligensee in der Straße Am Dachsbau zu lösen. Jeder, der in Hermsdorf, Frohnau, Waidmannslust oder Tegel und Tegelort seinen Sperrmüll, oder altes Mobiliar loswerden will, kennt die Situation: Gerade an den Wochenenden bildeten sich lange Autoschlangen, die den Verkehr in der Ruppiner Chaussee und im angrenzenden Wohngebiet massiv beeinträchtigten. Die jetzt angeordnete Regelung sieht vor, dass Fahrzeuge, die aus der Ruppiner Chaussee kommen, nicht auf den BSR-Hof abbiegen dürfen, sondern nur solche aus der entgegengesetzten Richtung, also aus dem angrenzenden Wohngebiet.

Der Wahlkreisabgeordnete Stephan Schmidt (CDU) hatte sich mit einer Anfrage an den Senat gewandt und erklärt zu der neuen Regelung: „Ich begrüße zunächst einmal, dass man sich aufgrund meiner Anfrage überhaupt mit dem Thema beschäftigt hat. Meine Beobachtungen vor Ort ergeben jedoch, dass sich kaum jemand an die Anordnung hält. Aber selbst, wenn man das tut, ist man gezwungen, in der relativ engen Wohnstraße ein Stück weiter zu wenden, wenn man zum BSR-Hof möchte. Dem Vernehmen nach denkt die VLB darüber nach, das Abbiegen aus der Ruppiner Chaussee in die Straße Am Dachsbau gänzlich zu untersagen, wenn die jetzige Regelung keine Wirkung zeigt. Das würde den gesamten Verkehr zum BSR-Hof über einen sehr weiten Umweg durch das Wohngebiet lenken. Auch die Anwohner müssten mit dem weiten und umständlichen Weg dann leben. Das Verkehrschaos würde dadurch nur weiter ins Wohngebiet verlagert.“ Am Ende verprelle man damit nur diejenigen, die am Wochenende freie Tage nutzen, um zu renovieren, alte Möbel zu entsorgen oder einfach nur den Keller aufzuräumen und die Sachen ordentlich zum Recyclinghof bringen wollen. Im Ergebnis werde der Müll dann einfach auf die Straße gestellt oder im Wald abgeladen.

Verschärft hat sich die Situation in Heiligensee, nachdem vor einigen Jahren in Hermsdorf der dortige Recyclinghof in der Burgfrauenstraße aufgelöst wurde, und seit dem letzten Jahr, als der Nachfolger von Kaiser’s in der Hohefeldstraße die Altpapierdeponie auflöste, die immer wieder als Bauschuttablage missbraucht worden war. Leider wurde auch der Leerungszyklus für die Altpapiercontainer so in die Länge gezogen, dass wilde Altpapierablagerungen die automatische Folge waren. Überschaubarer ist nach wie vor die Situation am Recyclinghof in der Lengeder Straße in Reinickendorf. Die dortige Anlage ist deutlich größer als die in Heiligensee.