Kiezgespräch
Veröffentlicht am 18.08.2021 von Gerd Appenzeller
Ist das gut so? „Ab Montag werden die Unterlagen für die Wahlen im Herbst verschickt – und in Berlin sind das ganz schön viele Zettel pro Person“. Dies ist der erste Satz eines Berichtes im Tagesspiegel zur organisatorischen Abwicklung des Wahlsonntags am 26. September. Er wird weiter oben auch im Newsletter zitiert.
Als ich am Dienstag, also gestern, zum Briefkasten ging, lagen drei Briefumschläge drin, frankiert und namentlich adressiert an meine Frau, meine Tochter und an mich. Meine spontane Vermutung: Sollten das schon die vom Tagesspiegel angekündigten Wahlunterlagen sein? Dafür waren sie eigentlich zu dünn, nur zwei DIN-A-4-Blatt Papier. Auf dem ersten bittet mich die CDU-Politikerin Monika Grütters um ihre Stimme für den Einzug in den Bundestag als künftige direkt gewählte Abgeordnete für Reinickendorf. Ich kenne Frau Grütters gut, ich schätze sie.
Okay, aber was ist mit dem zweiten Blatt? Es hat die Überschrift „So geht das mit der Briefwahl“. Dann wird mir erklärt, dass ich einfach formlos per E-Mail, Fax oder Brief einen Wahlschein beantragen kann. Es folgt die Adresse des „Bezirks-Wahlamt Reinickendorf“.
Und dann heißt es in einem separaten Absatz: So erreichen Sie uns. Wen wohl? Das Wahlamt? Nein. Die CDU Reinickendorf, mit Postanschrift und Telefon- und Emailadresse.
Vielleicht bin ich überempfindlich, aber ich finde: Das geht nicht. Das ist kein guter Stil. Für Menschen, die weniger politisch geschult sind als ich, erwecken diese beiden Briefbögen den Eindruck eines inhaltlichen Zusammenhangs zwischen Bezirkswahlamt und der Reinickendorfer CDU. Den gibt es nicht. Das sollte die CDU klarstellen, und das Wahlamt sowieso.