Kiezgespräch

Veröffentlicht am 26.04.2023 von Lisa Erzsa Weil

Die Heiligenseer Ellef-Ringnes-Grundschule (kurz: ERG; Im Erpelgrund 11-17) fordert mehr Schulwegsicherheit – oder, um genau zu sein, fordert sie das immer noch. Gemeinsam mit der Otfried-Preußler-Grundschule (Schulzendorfer Straße 99) und 16 Schulen und Kitas aus ganz Berlin demonstrierte die Ellef-Ringnes-Grundschule noch im Dezember für sichere, autofreie Schulzonen vor ihrem Schulgebäude (wir berichteten). Und auch davor gab es bereits mehrere Demos und Aktionen vor Ort.

Schulzonen – das ist eine von Changing Cities e. V. entwickelte Idee. Der Verein, der sich für nachhaltige Mobilität und Verkehrssicherheit einsetzt, fordert, dass der Straßenraum vor Schulen allein den Kindern gehören sollte und nicht den Autos. Unter dem Motto #100Schulzonen fordert Changing Cities, dass bis 2030 jedes Jahr 100 verkehrsberuhigte Schulzonen vor Berliner Bildungsstätten eingerichtet werden.

Auch an den nächsten beiden Tagen, am 27. und 28. April, geht es in ganz Berlin um dieses Thema. Dann nämlich finden wieder die berlinweiten Schulzonen-Aktionstage statt, an dem neben anderen Reinickendorfer Grundschulen auch die ERG teilnimmt. Geplant ist eine Aktion am kommenden Freitag, 28. April, von 7:30 bis 8:15 Uhr, in deren Rahmen die Initiative Eltern der Schule auch gezielt über Möglichkeiten zur Reduzierung von Elterntaxis informieren und die Vorteile von Laufbussen und Elternhaltestellen direkt vor Ort mit ihnen erproben möchte.

Mit dem im Herbst beginnenden nächsten Schuljahr, für das viele Neuzugänge an der Schule anstehen, rechnet die Initiative der Grundschule auch mit weiteren Elterntaxis, also Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren und direkt vor dem Gebäude absetzen – was dem Gedanken der autofreien Schulzonen vor den Schulgebäuden widerspricht. Ziel der Initiative ist es, diese Elterntaxis zu minimieren und stattdessen Schulzonen und bereits mit der letzten Aktionen geforderte Elternhaltestellen einzurichten.

„Wir richten eine provisorische Elternhaltestelle Am Dachsbau und im Bekassinenweg ein und informieren in einzelnen Gesprächen über die vielen Vorteile, wie beispielsweise der Förderung der Selbstständigkeit ihrer Kinder, der Sicherheit auf den Wegen direkt vor dem Schulgebäude oder auch dem Beitrag zum Klimaschutz“, erklärt Maren Achilles im Namen des Greenteams Schulzone der Ellef-Ringnes-Grundschule.

Die Elterninitiative für einen sicheren Schulweg an der ERG sagt, sie habe in den letzten Monaten viel zu dem Thema recherchiert, diskutiert, Kontakte geknüpft. In der Vergangenheit hat sie bereits ein Schulweg- und Verkehrskonzept namens „UnsEr sichereR SchulweG“ entwickelt. „Nun gilt es, sich immer wieder ins Bewusstsein der Handelnen zu bringen, um unsere Forderungen zur Umsetzung zu bringen. Mit dem jüngsten Wechsel an der Spitze des Reinickendorfer Bezirksressorts Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr sehen wir einen Grund mehr, nochmal tatkräftig unseren Anliegen Nachdruck zu verleihen“, so Achilles.

Das Ressort Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr leitete, wie bereits bei „Namen & Neues“ ausgeführt, vorher Korinna Stephan (Grüne) im Bezirksamt. Sie wird zukünftig nur noch für Stadtentwicklung zuständig sein, ihre Kollegin Julia Schrod-Thiel (CDU) übernimmt neben den Ordnungsangelegenheiten auch die Bereiche Umwelt und Verkehr. Sie wird die Aktion der ERG am Freitag begleiten, ebenso wie der Abgeordnete Stephan Schmidt (CDU).

Die Elterninitiative hofft derweil, dass es nicht bei einer einzelnen Aktion an einem einzelnen Tag bleibt. „Deshalb bitten wir schließlich beim Bezirksamt Reinickendorf um die Herrichtung jeweils einer dauerhaften Elternhaltestelle in jede Fahrtrichtung, zum Beispiel Am Dachsbau und im Bekassinenweg, durch entsprechende Beschilderung und Straßenmarkierungen.“