Nachbarschaft

Veröffentlicht am 10.04.2019 von Gerd Appenzeller

Barbara und Michael Kaasch, Haiti-Überlebenshelfer.

Sie sind Reinickendorfer seit 1972, so lange sind Barbara und Michael Kaasch auch schon verheiratet. Sie haben, wie sie selber sagen, Frohnauer und Waidmannsluster Lebenserfahrungen, auch wegen ihres Engagements in der Kita Waldshuter Zeile und im Thomas-Mann-Gymnasium im Märkischen Viertel, wo Barbara Kaasch über viele Jahre Gesamtelternvertreterin gewesen ist. Vor allem aber sind beide „Kümmerer“, Menschen, die Not und Probleme sehen und dann helfen wollen. 1992 gründeten sie den Verein HaitiCare e. V., der sich um die Verbesserung der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen in Haiti, einer der ärmsten Regionen der Welt, bemüht. Die beiden – inzwischen sind sie Rentner – haben seit der Vereinsgründung für über 300 Kinder und Jugendliche eine Perspektive geschaffen und Armutsflucht verhindert. Vor Ort – gerade waren sie wieder mehr als einen Monat in Haiti – können sie zum Beispiel bei Bau und Unterhalt einer Schule nur deshalb helfen, weil sie in Berlin Spenden für ihr Haiti-Projekt sammeln – und die gehen Cent für Cent in die Hilfe, betonen beide, die Verwaltungskosten ihrer kleinen Organisation tragen sie selber.

Weil die Hilfsgelder schon so lange fließen, können die Kaaschs auch auf schöne Erfolge zurückblicken – gerade Mädchen und junge Frauen profitierten vom Zugang zu Schul- und Bildungsmöglichkeiten. Von drei jungen Frauen, die ihr Abitur bestanden haben, berichten sie jetzt stolz, sie würden Jura, Architektur und Erziehungswissenschaften studieren. Erschwert wurde die Projektarbeit in der jüngsten Vergangenheit durch Unruhen in den letzten Monaten, aber die beiden Reinickendorfer – die vom Senior Experten Service unterstützt wurden – betonen, dass sie nie in Gefahr gewesen seien.

Im Reinickendorf-Newsletter möchte ich künftig immer wieder einmal über das Projekt berichten – nicht zuletzt auch, um zu Spenden anzuregen. Wie lange sich das Ehepaar Kaasch schon auf Haiti engagiert, zeigt eine Reportage aus Haiti, in der meine Kollegin Ingrid Müller bereits 2011 über diese beiden Kümmerer geschrieben hat. Unter diesem Link können Sie den Text noch einmal lesen: tagesspiegel.de

Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: gerd.appenzeller@tagesspiegel.de

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