Nachbarschaft
Veröffentlicht am 22.04.2020 von Gerd Appenzeller
Mit ihrem ersten Roman „Die Rechnung“ landete die Bankangestellte Dorothee Bernhardt im Jahre 2018 eine Geschichte, die viel Aufmerksamkeit auf sich zog – war es doch eine Story um ein fiktives Familiengeheimnis mit einem teilweise realen Hintergrund. Und das war der Plot: Eine 17-jährige erfährt von ihrem Großvater, dass er bei Pflegeeltern aufgewachsen ist. Dass er seine leibliche Mutter erst als Erwachsener kennen lernte und nie erfahren hat, wer sein Vater war. Dieser Roman spielt zu großen Teilen der Erzählstrecke in Reinickendorf. Und der erwähnte, teilweise reale, Hintergrund? Dorothee Bernhardts Vater hat eine ganz ähnliche Lebensgeschichte.
Nun hat die Frohnauerin, die drei Kinder hat, in einem Orchester Bratsche spielt, ehrenamtliche Richterin und aktive Sportlerin ist, ein neues Projekt. Diesmal soll es ein Lesebuch für Kinder, ein ganz besonderes, werden, und die Autorin sucht junge Testleserinnen und Testleser. Warum das, fragte ich sie. Hier die Antwort:
„Ich suche Mädchen und Jungen im Alter von 8, 9 und 10 Jahren als Lektoren, bevor ich das Buch verschiedenen Verlagen vorstellen oder auch selbst veröffentlichen werde. Es geht mir dabei natürlich nicht um Korrekturlesen, sondern darum zu erfahren, ob die Geschichte und die Art, wie ich sie erzähle, bei der Zielgruppe ankommt. Das Buch handelt von den Abenteuern, die ein elfjähriges Kind mit einem sprechenden Tier erlebt, das ihm zuläuft und sein Leben durcheinanderbringt.“
Und was sollen die Testleser machen, wollte ich von Dorothee Bernhardt wissen: „Sie sollten bereit sein, das Buch mit ca. 120 Seiten innerhalb von etwa drei Wochen zu lesen, mit eigenen Worten ihre Meinung bzw. Kritik dazu zu äußern und einen Feedback-Bogen mit einigen Fragen zu beantworten. Das Manuskript erhalten sie bis zum 10. Mai, Zeit zum Lesen und für die Rückmeldung wäre also dann bis mindestens Ende Mai. Wenn die Kinder Interesse haben, könnte ich mir auch ein gemeinsames Lektorengespräch über Skype oder Zoom vorstellen“.
Gibt’s denn dafür auch was, außer der Ehre, fragte ich nicht ganz ernst? „Zur Belohnung gibt es für jedes Kind ein Buchexemplar nach der Veröffentlichung und die Erwähnung im Buch selbst (im „Dank“), wenn gewünscht“, sagt sie. Und auch das ist wichtig: „Selbstverständlich müssen die Kinder nicht aus Reinickendorf oder Berlin kommen, der Enkel aus Süddeutschland oder die Nichte von der Küste ist mir genauso recht. Es kommt nur auf den Spaß am Lesen und Mitmachen an. Ein zehnjähriger Schüler aus Frankfurt hat mir schon seine Unterstützung zugesagt.“
Was müssen Sie, liebe Leserin und lieber Leser, jetzt tun, wenn Sie, beziehungsweise Ihre Kinder oder Enkel oder Patenkinder mitmachen wollen? Schicken Sie mir eine Mail mit dem Stichwort „Testleserin“ oder „Testleser“ an: gerd.appenzeller@tagesspiegel.de. Ich leite die Meldungen an Dorothee Bernhardt weiter, sie wählt aus. Und wenn sich mehr Kinder als benötigt melden? Dann denke ich mir eine Überraschung aus, versprochen – aber nicht, dass sich jetzt ganz Reinickendorf meldet, dann bin ich pleite… – Text: Gerd Appenzeller
+++
200.000 Abos, immer konkret: unsere Bezirksnewsletter vom Tagesspiegel. Daraus stammt auch dieser Text. Die Newsletter gibt es, Bezirk für Bezirk und kostenlos, unter leute.tagesspiegel.de.
+++
Meine weiteren Themen aus dem Reinickendorf-Newsletter – eine kleine Auswahl
- Notquartiere im Tegeler Forst: Die unglaubliche Geschichte der Behelfsheime am Ende des Zweiten Weltkrieges
- Der marode Brunnen im Märkischen Viertel: Was soll da eigentlich gebaut werden?
- Bezirksamt in Corona-Zeiten: Was macht Frank Balzer jetzt eigentlich so
- Und die Wasserbüffel? Sie kommen vermutlich am 4.oder 5. Mai, sagt ihr Besitzer
- Ein neues Kinderbuch: Testleserinnen und Leser gesucht
- Jugendfußballer ohne Training: Viel mehr als ein Fitness-Problem
- BSR öffnet Betriebshöfe wieder öfter
- …und noch viel mehr aus dem Berliner Norden im Reinickendorf-Newsletter unter leute.tagesspiegel.de